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Ihre Kandidatur wäre ein Zeichen für Vielfalt in der CDU gewesen, sagt Sabine Buder. Und fragt sich, ob sie für die Partei weniger wertvoll ist, nur weil sie in keinem Gremium höheren Ranges agiert.

Eigentlich wollte Sabine Buder für den CDU-Vorsitz kandidieren. Ihr CDU-Kreisverband Märkisch-Oderland in Brandenburg stellte die Tierärztin allerdings nicht auf. Sieben Gegenstimmen, eine Enthaltung und vier Stimmen für sie, das war das Ergebnis.

Eine Partei, drei Kandidaten

Nun wird die Partei sich zwischen Helge Braun, Friedrich Merz und Norbert Röttgen entscheiden. Die Nominierungsphase der Partei endete am 17.11.2021.

"Dieses Angebot aus drei hochgradigen, etablierten, männlichen Bewerbern aus den alten Bundesländern um eine Kandidatin zu bereichern, hätte niemandem geschadet, sondern der Partei genutzt."
Sabine Buder, wollte für den CDU-Vorsitz kandidieren

Damit habe sich die Partei gegen eine Bereicherung entschieden, sagt Sabine Buder. Sie hätte gerne persönlich einen Beitrag zur inhaltlichen und personellen Neuaufstellung geleistet.

Bei der Bundestagswahl unterlag die CDU-Direktkandidatin für den Wahlkreis 59 mit einem Abstand von 1,4 Prozentpunkten der SPD-Kandidatin. Sabine Buder erreichte das beste Ergebnis der Unionskandidaten in Brandenburg.

"Wir haben uns die inhaltliche und personelle Neuaufstellung auf die Fahne geschrieben. Es wäre klasse gewesen, wenn ich einen Beitrag hätte leisten können. Stichwort Vielfalt, Stichwort alternatives Angebot."
Sabine Buder, wollte für den CDU-Vorsitz kandidieren

Sie werde nun Friedrich Merz unterstützen, sagt die 37-Jährige. Erstmalig in der Parteigeschichte wird der CDU-Vorsitzende durch ein Mitgliedervotum bestimmt. Dieses Verfahren hat sich bei einer Mehrheit der Parteien im deutschen Bundestag inzwischen durchgesetzt. Die SPD bestimmte erstmalig 2019 ihren Parteivorsitz mit einer Befragung ihrer Mitglieder. Die Abstimmung bei der CDU läuft nun bis zum 16.12.2021.

Kritik an den Machtstrukturen

Sabine Buder kritisiert die Machtstrukturen innerhalb der Partei deutlich. Sie sagt: "Es gibt tatsächlich zurzeit dieses System: ihr da oben in den Gremien, in den Mandaten und wir da unten. Wir brauchen eine intensivere Durchmischung."

Die gescheiterte Kandidatin fragt: "Bin ich weniger wertvoll als Kandidatin für diese Partei, nur weil ich in keinem Gremium höheren Ranges agiere, weil ich weniger Häppchen-Empfänge besuche oder weil ich keine staatstragenden Termine wahrnehme? Das sind so Strukturen, Denkstrukturen, die mir Sorgen machen."