Irgendwann war für viele von uns der Zeitpunkt gekommen, da war man einfach zu alt für Fangenspielen – obwohl es ja großen Spaß machen kann. Zum Glück gibt es Chase Tag. Das ist Fangenspielen für Erwachsene und ziemlich anspruchsvoll.

Jede Runde dauert 20 Sekunden, pro Team gibt es fünf bis sechs Spielerinnen und Spieler, immer zwei Personen treten jeweils gegeneinander an. So lauten kurz zusammengefasst die Regeln von Chase Tag, einer Sportart, die das Fangenspielen auf ein ganz anderes Level gehoben hat. In einem nicht sonderlich großen Quadrat müssen die Spielerinnen und Spieler sich gegenseitig fangen und dabei einige Hindernisse überwinden. Klingt anstrengend, ist es auch.

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Der professionelle Parkour- und Freerunner Andreas Wöhle ist einer der deutschen Chase-Tagger und hat sogar bei der Europameisterschaft in London 2019 mit dieser Sportart teilgenommen.

Weglaufen ist die größere Herausforderung

Für Andreas Wöhle haben es die Wegläufer deutlich schwerer als die Fänger. Denn als Wegläufer müsse man sprinten, gleichzeitig den Gegner hinter sich im Auge behalten und zusätzlich auf die vielen Hindernisse vor sich auf dem Weg achten. Eine schnelle Reaktion ist dabei das A und O.

"Die größte Schwierigkeit ist definitiv das Weglaufen und schnell reagieren zu können."
Andreas Wöhrle, professioneller Parkour- und Freerunner

Als Fänger könne man sich dagegen vollkommen auf den Wegläufer konzentrieren und auch mal spontan eine Abkürzung nehmen.

Körpergefühl und Parkourerfahrung

Wer ein gutes Körpergefühl hat, gut im Sprinten ist und zusätzlich noch Erfahrung im Parkourlauf hat, der bringe die besten Voraussetzungen mit, um bei Chase Tag mitmachen zu können, sagt Andreas Wöhle.

Vor einem Sturz ist aber selbst der größte Chase-Tag-Profi nicht gefeit. Übungen zum richtigen Fallen, sollte man doch mal ein Hindernis übersehen, können also auch sehr hilfreich sein.

"Man muss sicher auf den Beinen sein. Man sollte schnell die Hindernisse überwinden und reagieren können und im Notfall sich auch abfangen können."
Andreas Wöhrle, professioneller Chase-Tag-Spieler

Von Knochenbrüchen wurde Andreas Wöhle bisher verschont. Dafür hat er in seiner 14-jährigen Karriere allerdings schon zwei Außenbandrisse und viele blaue Flecken mitgenommen. Wie hoch das Risiko beim Chase Tag ist, könne aber jeder für sich selbst entscheiden, indem man die eigenen Grenzen richtig einschätze.

"Es ist schon gefährlich, aber man ist selbst dafür verantwortlich. Man kann das Training auch sehr einfach halten."
Andreas Wöhrle über das Risiko bei Chase Tag

Training im Freien

Dass die Trainingshallen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen haben, ist für Andreas Wöhle zwar ärgerlich, aber noch lange kein Hindernis. Denn für Chase Tag kann man auch sehr gut im Freien trainieren. Öffentliche Plätze mit vielen Mauern und Geländern eignen sich beispielsweise sehr gut.

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Auch, wenn ab und zu noch das Ordnungsamt komme und ihn und seine Trainingskollegen mit einem freundlichen Hinweis wegschicken würde – Andreas Wöhle merkt, dass die neue Sportart immer mehr Bekanntheit und damit auch mehr Akzeptanz erhält.