In Chemnitz hat es gestern Abend Demos von Rechten und Linken gegeben. Dabei gab es Verletzte, obwohl die Polizei die Demonstranten eigentlich voneinander trennen wollte. Hintergrund der Auseinandersetzungen ist ein Streit auf dem Chemnitzer Stadtfest am Samstag, bei dem ein 35-jähriger Mann gewaltsam ums Leben kam.

Zwei Kundgebungen waren am Montag (28.08.2018) in Chemnitz angemeldet – auf der rechten Seite das Bündnis "Pro Chemnitz", auf der linken Seite "Chemnitz nazifrei". Beide Gruppierungen hätten sich an einer großen mehrspurigen Straße formiert - die Rechten auf der einen Seite am Karl-Marx-Monument, die Linken Demonstranten gleich gegenüber am Stadthallenpark, berichtet Anneke Schaefer aus unserer Nachrichtenredaktion.

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Zwischen den beiden Lagern hatte sich die Polizei aufgestellt, um die Gruppen auseinanderzuhalten. Von Beginn an sei die Stimmung ziemlich aufgeheizt gewesen, so Anneke Schaefer.

"Die Polizei hat aber auch Wasserwerfer auffahren lassen, um sich zu behaupten, denn die Stimmung war wohl ziemlich aggressiv, schon gleich um halb sieben, als es gestern Abend losging.“
Anneke Schaefer, Nachrichtenredaktion Deutschlandfunk Nova

Während den Demos wurden von beiden Gruppierungen Parolen gerufen: "Wir sind das Volk" auf der einen Seite, "Das Volk muss weg" auf der anderen Seite. Als sich der Demonstrationszug der rechten Demonstranten dann in Bewegung setzen wollte, sei die Situation eskaliert. "Da flogen Flaschen und auch Feuerwerkskörper. Dabei gab es dann zwei Verletzte", so Anneke Schaefer.

Mehr Demonstranten als erwartet

Ein Sprecher gab am Abend bekannt, dass die Polizei von der hohen Teilnehmerzahl überrascht gewesen sei. Statt der erwarteten 1000 Demonstranten, sollen es um die 5000 Teilnehmer, wobei die Rechten in der Mehrzahl waren. In den ersten Reihen, so Anneke, fanden sich auf beiden Seiten die üblichen Verdächtigen - also Neonazis, Hooligans und Antifa. Dabei seien Steine geflogen, auch der Hitlergruß wurde gezeigt.

"Es gab auch Leute, die sich vermummt haben, die Steine eingepackt haben, und es soll mehrmals der Hitlergruß gezeigt worden sein."
Anneke Schaefer, Nachrichtenredaktion Deutschlandfunk Nova

Wie der MDR berichtete, gab es in beiden Lagern aber auch Demonstranten, die sich weder als extrem noch als Mob bezeichnen lassen wollten, sondern Haltung zeigen wollten.

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Auch nach dem offiziellem Ende der Demos gegen halb zehn Uhr abends seien in der Stadt immer noch Gruppen aneinandergraten, bei denen es weitere Verletzte gab.

"Die Demos waren gegen halb zehn vorbei, dann sind aber noch ein paar Mal in der Stadt Gruppen aneinandergeraten, auch mit Verletzten."
Anneke Schaefer, Nachrichtenredaktion Deutschlandfunk Nova

Auslöser der Demonstrationen ist der gewaltsame Tod eines 31-jährigen Deutschen aus Chemnitz. Nach wie vor sitzen ein Syrier und Iraker als Tatverdächtige in Untersuchungshaft.