Die Chinesen essen nicht nur die meisten Eier weltweit, es gibt auch eine große Zahl an unterschiedlichsten Eier-Arten, Formen und Zubereitungen.

Die Chinesen haben weltweit den größten Eierverbrauch pro Kopf. Das komme daher, dass Eier in der chinesischen Küche traditionell eine große Rolle spielen. Der ARD-Korrespondent in China, Steffen Wurzel, glaubt, dass der Grund darin liegt, dass China bis vor zwei bis drei Jahrzehnten ein sehr armes Land war. Für viele Menschen war es damals eine Ausnahme, Fleisch zu essen. Das Ei war deshalb eine wichtige und günstige Quelle für tierisches Eiweiß und Fett.

"Ich bin ein großer Eier-Fan. Ich esse jeden Morgen mindestens ein Ei – egal ob ich in China oder sonst wo bin."
Steffen Wurzel - ARD Korrespondent in Shanghai

Pro Kopf essen Chinesen im Jahr 17 bis 18 Kilo Eier. Nichts außergewöhnliches. In Deutschland liegt der Verbrauch ähnlich hoch. Allerdings ist die Bevölkerungszahl in China weitaus höher. Noch schafft es das Land den Eierbedarf aus eigener Produktion zu decken. Umgerechnet, sagt Steffen Wurzel, komme statistisch betrachtet auf jeden Chinesen eine Henne – insgesamt 1,4 Milliarden.

Große Eiervielfalt in China

Ei ist aber nicht einfach ein Hühnerei in China. Auf Wochenmärkten bestaunt Steffen Wurzel die verschiedensten Größen und Farben von Eiern. Dort sind alle aufgereiht von Mini-Eiern, Wachteleiern bis hin zu Eiern von Enten und Gänsen.

"Ich bin schon seit ein paar Jahren in China, aber ich bin immer noch hocherfreut, wenn ich hier durch Wochenmärkte gehe und sehe, was es da alles für Eier gibt: weiß, braun, grün und ein bisschen rötlich und die verschiedensten Formen."
Steffen Wurzel, ARD-Korrespondent in China

Die Eier werden auf den Märkten gerne auch hart gekocht, im Teesud gegart oder in Salzlauge eingelegt verkauft. Besonders berühmt sind die tausendjährigen Eier, sagt Steffen Wurzel.

"Es gibt auch die tausendjährigen Eier. Die sind nicht wirklich tausendjährig, aber sie sehen so aus und schmecken auch so."
Steffen Wurzel, ARD-Korrespondent in China

Die tausendjährigen Eier sind fermentiert. Sie wurden in eine kalkige Schicht eingelegt. Durch eine chemische Reaktion gerinnt das Eiweiß. Das ist dann auch nicht mehr weiß, sondern so grünlich-schwarz, berichtet Steffen Wurzel.

Besonders gerne isst Steffen Wurzel Tee-Eier. Die sieden in Tee mit Sojasoße, Sternanis und Pfeffer.

In den 24-Stunden-Supermärkten steht an jeder Kasse ein wenig vertrauenserweckender Kocher, in dem wahnsinnig viele Eier Stunden lang kochen. Das sehe zwar nicht appetitlich aus, sagt Steffen Wurzel, sei aber "sensationell lecker".

Ein Ei zur Geburt

Besondere Ei-Anlässe in China sind zum Beispiel die Geburt eines Kindes oder der erste Geburtstag. Dann werden rote Eier verschenkt – auch im Sinne von Fruchtbarkeit.

Hühnereier gelten als Yang und stehen für das warme Gemüt. Dagegen gelten Enteneier als Yin, als kalt oder kühlend, und sollen gut bei Fieber sein.