In China haben reiche Menschen Taubenrennen für sich entdeckt. Deshalb kaufen sie bei Auktionen Vögel aus Europa für viel Geld. Zum Beispiel die Brieftaube New Kim für 1,6 Millionen Euro. Doch diese Wettrennen sind eine Qual, so Hester Pommerening vom Deutschen Tierschutzbund.

In Belgien soll es die besten Taubenzüchter und -züchterinnen geben. Zu ihnen gehört Gaston Van de Wouwer. Der 76-Jährige wollte in Rente gehen und gab deshalb seinen berühmten Taubenschlag auf: 445 Tiere wurden versteigert.

Eine davon ist die zweijährige New Kim, die bei einer Auktion am 15. November 1,6 Millionen Euro einbrachte. Die Nachrichtenagentur Reuters hat die Supertaube vorher besucht.

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Das viele Geld hat ein Bieter mit dem Pseudonym Super Duper ausgegeben – ein chinesischer Brieftaubenbesitzer. Reiche Menschen in China haben Brieftauben-Wettrennen für sich entdeckt. Das wird auch deutlich an den steigenden Preisen, die bei Auktionen für Brieftauben erzielt werden. Die 1,6 Millionen Euro für New Kim waren der neue Rekord, der lag 2019 noch bei 1,25 Millionen Euro.

Rennen sind Stress für die Tauben

Bei solchen Wettbewerben werden Tauben von ihrem Taubenschlag entfernt. Die Vögel versuchen dann möglichst schnell wieder zurückzufinden zu ihrem Nest und ihren Partnern. "Dabei geht es um hunderte bis tausende Kilometer Entfernung", sagt Hester Pommerening vom Deutschen Tierschutzbund.

Dass die Vögel zurückfinden, liegt am guten Orientierungssinn. Aber auch an ihrer Treue zu ihrem Standort und zu ihrem Schlag, sagt Hester Pommerening. "Sie versuchen dann allen Widrigkeiten zum Trotz zurückzukehren".

"Die Tiere werden dafür gewaltsam getrennt. Eine Taube würde niemals von ihrem Schlag weit wegfliegen."
Hester Pommerening, Deutscher Tierschutzbund

Doch die Tauben kommen bei solch weiten Entfernungen an ihre körperlichen Grenzen, erklärt die Tierschützerin. Sie müssen gegen extreme Witterung ankämpfen. Manche verirren sie sich auch. Die langen Strecken bedeuten enormen Stress für die Tiere, sodass jedes Jahr Hunderttausende sterben.

"So ein Wettbewerb bedeutet für die Taube extremen Leidensdruck und Stress. Viele Hunderttausende sterben jedes Jahr unterwegs."
Hester Pommerening, Deutscher Tierschutzbund

Tauben, die nicht zurückfinden, landen teils in Tierheimen. "In der Hauptsaison sind die Heime völlig überfüllt mit Tauben", sagt die Tierschützerin.

Gehen die Tauben zurück an die Züchter, würden sie oft getötet, weil sie nicht die volle Leistung erbringen. Auch in der Zucht selbst würden Tauben, die nicht leistungsstark sind, getötet, so Hester Pommerening. "Das widerspricht total dem Tierschutzgesetz."