Anne ist Deutsche, Christopher stammt aus Sierra Leone. Sie verlieben sich und wollen zusammenleben. Was wie ein Wunsch klingt, den man einfach erfüllen können sollte, ist einer, der viele Hindernisse mit sich bringt. In ihrem Zusammenleben ist alles schwierig.

Standardmäßig läuft das in Deutschland so: Zwei Menschen verlieben sich ineinander, heiraten oder auch nicht, leben jedenfalls zusammen, vielleicht haben sie Kinder.

Bei Anne und Christopher ist das etwas anders. Eigentlich ist es ganz anders. Sich ineinander verlieben - das ging noch ziemlich schnell. Das danach, das Zusammenleben und Heiraten - dafür mussten sie viele Hindernisse überwinden.

Christopher stammt aus Sierra Leone. Er hat Glück, von der deutschen Hilfsorganisation Youth Development Project (YDP) unterstützt zu werden. Er geht zur Schule, studiert, wird Banker und verdient ganz gut.

Reise ins andere Land, um Visum zu beantragen

Anne aus Ostwestfalen arbeitet beim YDP mit. 2012 fliegt sie
das erste Mal nach Sierra Leone. Christopher und Anne verlieben sich.

Es bleibt nicht bei einer Urlaubsromanze. Sie wollen sich sehen, zusammen leben.

Ein Heiratsvisum kann Christopher nur mit Deutschkenntnissen bekommen. In Sierra Leone gibt es aber keine Deutschkurse. Er will nach Deutschland, um hier Deutsch zu lernen. Das dreimonatige Besuchervisum kann er auch nicht in Sierra Leone beantragen. Er muss dafür nach Ghana. Ob das klappt: Ungewiss.

Und dann ist da auch noch die Ebola-Epidemie. Christophers Bruder ist an der Krankheit schon gestorben. Das Ein- und Ausreisen nach Sierra Leone ist derzeit quasi unmöglich.

Den Glauben an die gemeinsame Zukunft haben Anne und Christopher nicht aufgegeben. Sie sprechen von Meilensteinen, die sie bereits erreicht haben. Obwohl alles sehr schwierig ist.