Zwischen zwei und drei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes gehen auf das Konto der Digitalisierung. Damit produziert das Netz so viel CO2 wie der internationale Flugverkehr.

Die Digitalisierung erobert immer mehr Bereiche unseres Lebens. Der CO2-Ausstoß in diesem Bereich ist schon hoch, bis 2030 soll er sich sogar noch verdoppeln, sagt unser Netzreporter Andreas Noll. Unsere moderne Kommunikation ist also ein wahrer Energiefresser. Kommt nach der "Flugscham" nun die "Klickscham"?

"20 Suchanfragen bei Google verbrauchten so viel Energie, dass damit eine LED-Lampe zwei Stunden lang brennen könnte. Und mit unserer Google-Jahresnutzung produzieren wir so viel CO2, als würden wir 155 Kilometer mit einem Fernbus fahren."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzrepoter

Auf Deutschland hochgerechnet braucht die Netzinfrastruktur die Energie von gut 10 großen Kraftwerken, so Andreas Noll. Oder anders gesprochen: so viel Strom wie die ganze Stadt Berlin. Ganz konkret heißt das: Jeder abgesetzte Tweet, jede Chat-Nachricht, jedes Foto oder Video, das wir irgendwo hoch laden, verbraucht Energie. Wer einen Gigabyte bei Netflix streamt, der verbraucht dafür 13 Kilowattstunden Strom. Das ist so viel, wie ein Zweipersonenhaushalt in zweieinhalb Tagen benötigt.

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Vor allem Klimaanlagen und Rechenzentren verbrauchen Energie

Den Strom verbraucht nicht einfach nur unser Rechner zu Hause, sondern das Rechenzentrum in dem der Server steht, der uns die Daten zur Verfügung stellt. Beim Verarbeiten von Daten auf einem Server wird Wärme produziert. Dort, wo viele Rechner zusammenstehen, wird entsprechend viel Wärme produziert. Damit diese Rechner nicht überhitzen, müssen sie permanent gekühlt werden, um auf optimaler Betriebstemperatur zu laufen. "Wenn abends alle an ihren Rechnern sitzen, müssen die Klimaanlagen Höchstleistungen bringen", sagt Andreas Noll.

Aber nicht nur Videostreaming ist sehr energieintensiv. Auch der Energieverbrauch für unseren Musikkonsum ist gestiegen. Durch Musikstreaming sind die CO2-Emissionen heute deutliche höher als vor 20 oder 30 Jahren, als wir Musik noch auf Kassette oder CD gehört haben.

Rechenzentren klimafreundlicher machen

Es wird aber bereits daran gearbeitet, Rechenzentren klimafreundlicher zu machen. Zum Beispiel, in dem Strom aus erneuerbaren Quellen bezogen wird. Oder indem Rechenzentren in Gegenden angesiedelt werden, in denen es ohnehin kalt ist. Netzkonzerne wie Facebook und Google machen das bereits und sind stolz darauf, die Energie für ihre Angebote schon jetzt oder zumindest in Kürze klimaneutral produzieren zu können.

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Eine weitere Möglichkeit, um Energie zu sparen, nennt sich "grüne Progammierung" - sie arbeitet daran, zum Beispiel mit besseren Komprimierungsverfahren die Datenmengen kleiner zu machen. Aber es gäbe noch weitere Möglichkeiten: Wir selbst können uns zum Beispiel fragen, ob wir tatsächlich ein Musikvideo streamen müssen (also Bild und Ton) oder ob wir gerade nur die Musik brauchen, weil wir eh nicht auf den Bildschirm sehen. Verzichten wir in solchen Fällen darauf, auch die Bilddaten zu streamen, könnte jede Menge Energie gespart werden.