Ein Singleplayer-Game, das so tut, als ob es ein Multiplayer-Computerspiel sei: Das Independent-Game "Crosscode" ist in den letzten Jahren zum Überraschungserfolg geworden. Mit seinem Retro-Look erinnert es an Klassiker wie "Zelda" oder "Final Fantasy".

Bei "Crosscode" handelt es sich um ein Action-Rollenspiel, bei dem die Hauptfigur Lea Rätsel lösen muss. Die Idee für das Spiel "Crosscode" ist ungefähr um das Jahr 2006 entstanden. Damals hat der Spielentwickler Felix Klein mit seinem Team einen ersten Prototypen entworfen. Das Team der heutigen Firma "Radical Fish Games" hat sich zum Teil schon vor 15 Jahren im Netz kennengelernt. Was viele Fans dieses Singleplayer-Games nicht vermuten: Das Spiel wurde von deutschen Spieleentwicklern aus dem Saarland entwickelt.

Inzwischen hat sich das Game so gut verkauft, dass es zum Überraschungserfolg unter den Independant-Games geworden ist.

"Wir sind Fans von diesen alten - insbesondere von den japanischen - Rollenspielen. Viele denken, das Spiel kommt aus Asien oder Amerika, nur wenige tippen auf Deutschland."
Felix Klein, Spielentwickler

Der 16-Bit-Pixel-Look und der Retro-Look der Spielefiguren im japanischen Manga-Stil erinnern optisch an Spieleklassiker wie "Zelda" oder "Final Fantasy", findet Deutschlandfunk-Nova-Gamer Thomas Ruscher. Genau wie bei diesen Spieleklassikern schaut der Gamer auch bei "Crosscode“ von oben auf eine kunterbunte Spielwelt und steuert dabei die pixelige Spielfigur.

Eine Szene aus dem Spiel "Crosscode".
© Crosscode | Radical Fish Games
Bunt und pixelig, so sieht die Spielwelt von "Crosscode" aus.

Die meiste Zeit müssen die Spielenden kleine Rätsel lösen: Welchen Schalter muss ich betätigen, um eine Tür zu öffnen? Wo finde ich den nächsten Schlüssel, um weiterspielen zu können? Nebenbei bekämpft die Spielfigur Lea wütende Pinguine und aggressive Schneemänner mit Schneekanonen.

Ein Singleplayer-Spiel imitiert ein Multiplayer-Game

Innerhalb des Games "Crosscode" gibt es ein Spiel, das "CrossWorlds" heißt. "Crosscode" ist ein Singleplayer-Game, aber das Spiel im Spiel "CrossWorlds" imitiert ein Multiplayer-Game. Genauer ein MMORPG, also ein Massively Multiplayer Online Roleplaying Game. Damit wirkt es für unseren Game-Experten Thomas Ruscher wie eine Art Kommentar zu den Klassikern unter den Multiplayer-Games.

"Lea – dein echtes Selbst – liegt momentan im Koma. Aus unerklärlichen Gründen hast du dein Bewusstsein innerhalb von "Crossworlds" wiedererlangt."
Die Backstory zur Spielefigur Lea aus "Crosscode"

In "Crosscode" geht es nicht nur darum, eine Reihe von zufälligen Rätseln zu lösen. Das Game bietet auch eine mysteriöse Backstory zur Hauptfigur Lea. Die tiefere Handlung verbirgt sich in "Crossworlds", dem Spiel innerhalb des Spiels. Weil Emilie, die Freundin der Hauptfigur Lea, aus ihrem Leben außerhalb des Spiels erzählt, merkt Lea, also der Avatar, dass sie kein Leben außerhalb des Games hat.

Die Backstory: Wer ist Lea wirklich?

Wenn der Charakter Emilie sich aus dem Spiel ausloggt, kümmert sie sich anscheinend um ihr Studium und andere Dinge. Bei der Spielfigur Lea ist es allerdings so, dass sie ihr "echtes Selbst" im Koma liegt. Daraus entspannt sich dann die eigentliche Geschichte: Wer ist Lea wirklich, warum liegt ihr echtes Selbst im Koma, stimmt das, was ihr im Spiel erzählt wird.

Der Indie-Hit aus Deutschland

"Crosscode" ist ein Indiegame-Hit aus Deutschland. In den letzten zwei Jahren wurde das Game 350.000 Mal für den PC verkauft. Jetzt ist es für die Spielkonsolen Xbox, Playstation und Nintendo Switch erschienen.

Eine Szene aus dem Spiel "Crosscode".
© Crosscode | Radical Fish Games
Die Story wird vor allem in kleinen Dialogen erzählt.