Wer krank ist und Computerspiele spielt, kann schneller gesund werden - mithilfe von Health Games. Die gehören zu den Serious Games und wollen mehr als nur unterhalten.

Serious Games gibt es seit es Computerspiele gibt. Zu Anfang liefen die einfach unter dem Begriff Lernspiel oder Edutainment. Heute sind Serious Games auf einem ganz anderen Level angekommen: Sie dienen der Gesundheit.

"Das bietet extrem viel Potenzial, weil man mit Spielen wirklich gut lernen kann."
Linda Breitlauch, Professorin für Gamedesign

Studien zeigen, dass spielegestützte Rehamaßnahmen genauso effektiv sein können, wie Übungen mit einem Physiotherapeuten. Und dann gibt es auch noch Serious Games, die es auf die Psyche der Patienten abgesehen haben. Dazu gehört Re-Mission. In dem Spiel müssen Krebspatienten Tumorzellen in einem Körper abschießen - eigentlich ein klassischer Egoshooter.

Mit Re-Mission gegen Krebs

Die Patienten sollen damit lernen, wie ihre Krankheit funktioniert und was sie mit ihrem Körper anstellt. Es geht dabei vor allem um Motivation. Indem die Patienten im Spiel gegen Krebs kämpfen, sind sie motivierter gegen ihre eigene Krankheit zu kämpfen. Patienten, die Re-Mission spielen, arbeiten darum beim Kampf gegen die Krankheit besser mit, das hat eine Studie der Stanford University gezeigt.

"Patienten, die Remission spielen, arbeiten darum beim Kampf gegen die Krankheit besser mit und verlieren seltener den Mut."
Sebastian Sonntag über Remission

Schneeballschlacht bei Verbrennungen

In Snowworld machen zwei Menschen in einer Eislandschaft eine Schneeballschlacht. Gedacht ist das Spiel für Menschen, die starke Verbrennungen erlitten haben. Sie spielen das Spiel, während der Verband gewechselt wird. Durch die virtuelle Schneeballschlacht sinkt das subjektive Schmerzempfinden der Patienten - bis zu 50 Prozent.

Games gegen Depressionen

Außerdem gibt es in den USA erste Ansätze Depressionen mit Smartphonespielen zu behandeln. Eines davon hat die Psychologin und Spieleentwicklerin Kate Denis entwickelt. Auf den ersten Blick sieht das Spiel aus wie viele andere Smartphonespiele: Es gibt darin Cartoonfiguren und Aufgaben. Gleichzeitig beinhaltet das Spiel auch Behandlungsmöglichkeiten: Ängstliche Personen trainieren zum Beispiel weniger Aufmerksamkeit auf Bedrohungen zu richten und stattdessen positive Eindrücke zu verstärken.