Wirksame Impfstoffe gegen Corona gibt es inzwischen viele. Bei Medikamenten sieht es ganz anders aus – und das trotz intensiver Forschung. Jetzt gibt es neue Hoffnung. In einer Studie haben Forschende herausgefunden, dass Asthma-Spray bei einer Infektion helfen könnte. Wichtig allerdings: Keine Selbstmedikation!

Um die Auswirkungen der Pandemie abzumildern, braucht es nicht nur Impfstoffe. Auch Medikamente, die einen schweren Verlauf der Infektion verhindern, würden die Krankenhäuser beispielsweise entlasten. Doch bisher gibt es wenige wirksame Medikamente. Eine Studie aus England zeigt aber, dass Asthma-Spray tatsächlich helfen könnte, die Symptome zu mildern

Wirkstoff Budesonid hemmt Entzündungen

Für die Studie wurden 150 Menschen ausgewählt, die an Covid erkrankt waren und Symptome hatten. Zu den Symptomen zählten Husten, Fieber, Kopfschmerzen oder der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, erklärt Ann-Kathrin Horn von den Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten.

Jeder zweiten Testperson wurde zweimal täglich der Asthma-Spray-Wirkstoff Budesonid verabreicht. Dieser hemmt Entzündungen und unterdrückt das Immunsystem, ähnlich wie etwa Cortison.

"Bei denjenigen, die das Mittel bekamen, sank das Risiko ins Krankenhaus zu müssen um 90 Prozent."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten

Die Forschenden konnten in ihrer Studie feststellen, dass diejenigen, die das Spray mit dem Wirkstoff erhielten, kürzer Symptome hatten als die Kontrollgruppe. Außerdem bekamen nur 2 Prozent von ihnen Fieber. Normalerweise bekommen das etwa 8 Prozent der Erkrankten.

Keine Untersuchungen, nur Praxistests

Warum der Wirkstoff allerdings helfen kann, wissen die Forschenden nicht genau. Sie haben auf biochemischer Ebene keine Untersuchungen durchgeführt, sondern kamen ganz anders auf die Idee Asthma-Spray als Medikation auszuprobieren. Denn: Vergleichsweise wenig Menschen mit Asthma erleiden schwere Covid-Verläufe.

"Asthma-Patientinnen und -Patienten sind tatsächlich seltener betroffen von schweren Verläufen, und deshalb lag der Verdacht nahe, dass das an ihrem Asthma-Spray liegen könnte."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten

Eine offizielle Empfehlung, Asthma-Spray bei Covid-Erkrankungen zu verschreiben, gibt es allerdings noch nicht. Dafür muss die Wirksamkeit in anderen Studien zunächst erneut bestätigt werden, erklärt Ann-Kathrin Horn. Außerdem muss dafür erst einmal klar sein, warum der Wirkstoff die Folgen einer Infektion abmildert.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Trotzdem weckt die Studie Hoffnungen und viele Medizinerinnen und Mediziner halten die Ergebnisse für vielversprechend. So beispielsweise auch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Er bezeichnete die Erkenntnisse als "Game Changer".

Ann-Kathrin Horn erklärt, dass das Medikament außerdem billig ist und so auch für ärmere Länder verfügbar. Außerdem wäre es unkompliziert in der Anwendung und weist bisher wenige Nebenwirkungen auf.