Das Flüchtlingslager Moria auf Lebos ist bekannt für die schlechten Lebensverhältnisse. Zu viele Menschen leben dort zu eng beieinander – Hygieneregeln sind kaum einzuhalten. Jetzt ist eingetreten, was befürchtet wurde: Der erste bestätigte Corona-Fall.

Im Flüchtlingslager Moria in Griechenland ist der erste Corona-Fall bekannt geworden. Thomas von der Osten-Sacken, Geschäftsführer der Entwicklungshilfeorganisation Wadi, die Hilfsorganisationen auf Lesbos unterstützt, sagt: Moria ist auf einen Corona-Ausbruch nicht vorbereitet.

"Moria muss aufgelöst werden, es ist in keinster Weise coronafest."
Thomas von der Osten-Sacken, Geschäftsführer der Entwicklungshilfeorganisation Wadi

So würden sich bei der täglichen Essensausgabe 5.000 Menschen in Schlangen drängeln. Es gebe nur drei bis vier Stunden Wasser pro Tag und eine Toilette für 100 Menschen.

"Die Menschen versuchen zumindest irgendwie Abstand zu halten, sich die Hände zu waschen. Das ist alles guter Wille, der fast nicht umsetzbar ist."
Thomas von der Osten-Sacken, Geschäftsführer der Entwicklungshilfeorganisation Wadi

Im Interview mit Deutschlandfunk-Nova-Moderator Thilo Jahn erklärt Thomas von der Osten-Sacken, warum der Corona-Ausbruch in Moria zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommt, wieso manche eine Ansteckung mit Corona wohl kaum merken werden und welche vorsichtig positiven Entwicklungen es gibt.