• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Waschen, intubieren, mit Angehörigen sprechen: Das alles gehört zu Katharinas Job als Intensivpflegerin dazu. Zum Jahresende hat sie endlich mal eine Auszeit. Sie freut sich auf ganz normale Dinge – trotzdem kann sie oft nicht richtig runterkommen.

Katharina arbeitet bei einem Dienstleister, der sie in Krankenhäuser schickt, wo gerade Verstärkung benötigt wird. In drei Wochen hat die Intensivpflegerin ganze 16 Nachtdienste machen müssen. Die dauern immer von 20:20 bis 6:30 Uhr am Morgen – immer vier bis fünf Tage im Block.

Corona hat die Intensivpflege stark verändert

Katharinas Arbeitsplatz ist die Intensivstation, wo sie auch für die Pflege von Covid-19-Patientinnen und -Patienten zuständig ist. Deswegen steckt sie nahezu dauerhaft in Schutzausrüstung. "Das ist für uns wirklich eine Belastung", sagt die Pflegerin.

Zu ihrer Arbeit gehören zum Beispiel die Kommunikation mit wachen Patienten, Atemtraining, das Waschen der Patienten, Verbände wechseln und Beatmungspflege. Sie ist auch dabei, wenn Menschen mit einem schweren Covid-19-Verlauf an eine Beatmungsmaschine angeschlossen werden, die dann das Atmen teilweise oder vollständig für die Betroffenen übernimmt.

"Pflege ist vielschichtiger, als man eigentlich denkt."
Intensivpflegerin Katharina

Wenn Katharina Feierabend hat, kann sie oft auch nicht nach Hause fahren, denn je nach Einsatzort ist ihre Wohnung manchmal hunderte Kilometer entfernt. Sie lebt dann in einer Unterkunft, die ihr Arbeitgeber für sie stellt. Dabei fehlt ihr einiges, um sich wohlzufühlen: "Es sind kleine Sachen, die für alle Leute selbstverständlich sind – wie zum Beispiel, einen Backofen zu haben", beschreibt Katharina ihre Situation.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Dieses Jahresende ist für die Pflegerin eine große Ausnahme: Katharina hat während der Feiertage komplett frei. "In den meisten Kliniken ist es so gehandhabt, dass die Kollegen entweder an Weihnachten oder Silvester arbeiten gehen müssen", erzählt die 24-Jährige. Weil sie aber ihren Arbeitgeber wechselt und ab Anfang nächsten Jahres fest bei einer Klinik angestellt ist, hat sie an Weihnachten mal Zeit für sich.

Katharina freut sich auf eine stressfreie Zeit: "Ich werde mich entspannt auf die Couch oder ins Bett legen, ein bisschen netflixen, bisschen lesen, baden, mir was Schönes kochen." Heiligabend verbringt sie mit ihrer Schwester.

"Ich werde Sachen machen, die glaube ich ganz alltäglich sind."
Katharina über ihre Auszeit

Trotzdem fällt es Katharina meistens schwer, loszulassen. "Wir sind permanent mit dem Thema Corona beziehungsweise Covid-19 konfrontiert. Es ist unglaublich schwer, einfach mal runterzukommen, einfach mal abzuschalten", sagt sie.

Auch wenn die Pandemie Katharinas Arbeit sehr verändert hat und viele Patienten schwere Verläufe haben, bleibt sie zuversichtlich: "Letztendlich mache ich meinen Job trotzdem gerne."

"Wir kommen um das Thema Covid nicht drumrum. Auf Arbeit sind wir damit konfrontiert und zu Hause auch."
Katharina über das Runterkommen nach der Arbeit

Am 4. Januar fängt Katharina wieder an zu arbeiten und will dann richtig loslegen. Was ihr besonders Hoffnung macht, ist ihre Festanstellung: "Auf jeden Fall kann ich dann jede Nacht wieder in meinem Bett schlafen."

Die 24-Jährige findet, dass sie als Pflegerin nicht nochmal mahnen muss, dass man über die Feiertage versuchen soll, die Kontakte so gering wie möglich zu halten, denn "Das wissen alle". Trotzdem hat sie einen Wunsch: "Sagt einfach uns Pflegekräften, Ärzten und allen anderen Leuten, die immer noch arbeiten gehen müssen – den Kassiererinnen –, sagt einfach mal wirklich Danke", bittet Katharina, "Wertschätzung ist unbezahlbar und das ist das, was in vielen Berufen zu kurz kommt."