Immer wieder bleiben Masken auf dem Boden liegen, wo sie als gefährlicher Müll enden. Einige Tiere haben sich schon in den Bändern von FFP2- und OP-Masken verfangen. Niederländische Forschende zeigen, wie groß das Müllproblem ist.

Mit FFP2-Masken oder den bunten OP-Masken schützen wir uns vor einer Coronavirus-Infektion. Der Müll, den wir damit verursachen, wird wiederum eine Gefahr für Tiere – wenn wir ihn nicht richtig entsorgen.

Denn: Gebrauchte Masken gehören in den Restmüll, weil sie nicht recycelbar sind. Oft liegen die Masken aber auf der Straße oder im Wald auf dem Boden herum – sogar in Flüssen oder Meeren schwimmen sie.

In der Natur sind die Masken ein Problem, das liegen bleibt. Weil sie größtenteils aus dem Kunststoff Polypropylen hergestellt werden, zersetzen sich die Masken nicht, sondern können in der Natur noch Jahrzehnte später gefunden werden.

Müll könnt jahrzehntelang liegen bleiben

Für Tiere wie Fische, Insekten oder etwa Vögel bedeutet das, sie können sich in dem Corona-Müll verfangen. Um herauszufinden, wie massiv das Müllproblem weltweit ist, haben die Biologen Auke-Florian Hiemstra und Liselotte Rambonnet aus den Niederlanden Zeitungsartikel und Social-Media-Beiträge gescannt und ihr Ergebnis in einem wissenschaftlichen Fachartikel zusammengefasst.

"Forschende und auch Umweltorganisationen warnen, dieser Corona-Müll könnte wirklich zu einer großen Gefahr für die Tierwelt werden."
Aglaia Dane, Deutschlandfunk Nova

Gestorben im Latex-Handschuh

In den Niederlanden zum Beispiel war das erste Corona-Müll-Opfer ein Barsch, der sich in einem Latex-Handschuh verfangen hatte. Ähnliche Berichte gebe es über einen Fuchs in England, Vögel in Kanada, Igel, Möwen und auch Krabben. Viele der Tiere blieben so in dem Corona-Müll hängen, dass sie nicht mehr fliegen oder laufen konnten. Die Forschenden schreiben auch von Affen und Pinguinen, die Masken verschluckt haben sollen.

Ein Barsch hat sich in einem medizinischen Handschuh verfangen.
© Auke-Florian Hiemstra
Ein Barsch hat sich in einem medizinischen Handschuh verfangen.

Den Tieren würde es daher helfen, wenn die Masken im Mülleimer landen – wie jeder andere nicht-kompostierbare Müll auch. Für die Dokumentation des Corona-Mülls haben die niederländischen Forschenden zusätzlich eine Webseite aufgebaut, wo jede und jeder solche Fälle melden kann.

Vögel bauen Nester mit Masken

Bei ihrer Beobachtung sind sie auch auf Tiere gestoßen, die den Corona-Müll eher "kreativ" nutzen. Sie berichten zum Beispiel von Blesshühnern und Spatzen, die medizinische Handschuhe und Masken für den Bau ihrer Nester nutzen.

Weggeworfene OP-Masken und medizinische Handschuhe sind in einem Vogelnest verbaut.
© Auke-Florian Hiemstra
Weggeworfene OP-Masken und medizinische Handschuhe sind in einem Vogelnest verbaut.