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Auf Android-Smartphones gibt es länderübergreifend Probleme mit Covid-Apps. Nicht nur die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist betroffen, auch die aus England und Dänemark. Es hakt offenbar beim Abgleich der "Begegnungen" mit anderen Smartphones.

Wer gestern die Corona-Warn-App nutzen wollte, stand vor einem Problem: Es erschienen Meldungen wie "Daten werden heruntergeladen. Das kann mehrere Minuten dauern". Es dauerte aber sehr viel länger, beziehungsweise es passierte gar nichts mehr. Die App hängte sich beim Aktualisieren auf. Verschiedene Smartphone-Modelle und auch verschiedene Android-Versionen (Version 10 und 11) sind betroffen, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Michael Gessat.

Anscheinend besteht das Problem aber nicht nur bei Userinnen und Usern in Deutschland. Die gleichen Fehlermeldungen werden auch aus England berichtet, von der Covid-19-Warn-App des dortigen Gesundheitsservices NHS. Und auch aus Dänemark.

Deutschland, England, Dänemark

Das sind klare Anzeichen dafür, dass das Problem nicht bei der App selbst liegt, sondern am Betriebssystem Android. Auch das sei überraschend, sagt unser Netzreporter. Denn im Gegensatz zum Betriebssystem iOS auf iPhones (wo das Problem offenbar nicht besteht) gibt Android gar nicht so häufig Updates heraus. Und wenn, dann würden die Nutzenden das ja mitbekommen. Gestern gab es zumindest keines, und genau das sei so verwirrend.

"Das Verwirrende: Gestern gab es weder ein angekündigtes Betriebssystem-Update noch ein Update der App – weder in Deutschland, noch in England."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Trotzdem haben die Warn-Apps bei vielen Userinnen und Usern plötzlich nicht mehr funktioniert. Wie viele Geräte tatsächlich betroffen waren oder noch sind, ist aber immer noch unklar.

Ein Sprecher von SAP, die die Corona-Warn-App in Deutschland zusammen mit der Telekom entwickelt haben, sprach von "einigen Fällen". Google sei informiert worden. "Wir arbeiten gemeinsam unter Hochdruck an der Lösung des Problems."

Probleme beim Abgleichen der Begegnungen

Kurz nach Mitternacht trudelten bei Github erste Meldungen von Usern ein, dass es wieder klappen soll. Die Probleme sollen am sogenannten "Exposure Notification Framework" von Google liegen, das bei Android gewissermaßen als Teil des Betriebssystems zur Verfügung gestellt wird und dann die Basis für die länderspezifischen Apps ist, in Deutschland wie in England. Beim Abgleichen der "Begegnungen" mit anderen Smartphones hat es da wohl gehakt, die Geräte konnten die Daten nicht herunterladen und hängten sich auf.

Die Warn-Apps sollen ein wichtiger Teil der Maßnahmen gegen das Virus sein. Deshalb wäre es wichtig, wenn sie möglichst fehler- und reibungslos funktionieren, sagt unser Netzreporter. Beunruhigend oder gar dramatisch sei die Panne aber nicht, glaubt er. Denn zum einen hat sowohl in Deutschland als auch in England nur ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung die App installiert, zum anderen sei nur ein Teil der Android-User betroffen gewesen. Während des Lockdowns sollte die App außerdem ja – idealerweise – nicht mehr so viele problematische Begegnungen zu registrieren haben.

Hoher Akkuverbrauch

Ein anderes Problem ist aber nicht von der Hand zu weisen: Sowohl unter Android als auch bei iOS fressen die Covid-Apps wohl ordentlich Akkuleistung. Es ist keine Seltenheit, dass Smartphones wegen der Kontaktverfolgung schon nach einem Tag keinen Saft mehr haben.

Es gibt zwar einige Tipps, um Akku zu sparen. Doch auch dieses Problem sollte schnell gelöst werden, sagt Michael Gessat. Ansonsten besteht die Gefahr, dass viele Userinnen und User die App wieder von ihrem Handy entfernen.