Wer glaubt, dass sein Immunsystem nicht so stark ist, hat zurzeit vermutlich erst recht Respekt vor dem neuartigen Coronavirus. Immunssytem-Pimpen ist also angesagt! Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt erklärt, was hilft und was nicht.

Vorne weg: So ganz schnell von heute auf morgen sein Immunsystem in Schuss zu bringen – da müssen wir euch enttäuschen, das wird leider nichts.

Aber wenn es einen guten Zeitpunkt gibt, damit anzufangen, dann jetzt. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt räumt deshalb erstmal mit einem weitverbreiteten Mythos auf: Wonach Wechselduschen und Kneipen das Immunsystem fit machen sollen.

Öfter mal auf den Bauch hören

Niederländische Forschende haben dazu in einer Studie herausgefunden, dass die Probanden, die sich am Ende kalt abgeduscht hatten, genauso oft krankgemeldet waren, wie die "Normalduscher". Kurzfristig bringe diese Aktion also nichts. Langfristig gesehen, gebe es zwar Untersuchungen, laut denen einige Probanden tatsächlich seltener krank wurden. Attila Altiner, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Uni Rostock, rät aber dazu, auf sein Bauchgefühl zu hören.

"Wenn ich das Gefühl hab, mir tut das richtig gut und ich fühl mich dann vital – immer rein ins Eisbad. Aber wenn Sauna einem nicht guttut, soll man das lassen."
Attila Altiner, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Uni Rostock

Übrigens: Wer öfter erkältet ist, hat nicht immer zwingend ein schlechtes Immunsystem. Atilla Altiner sagt sogar, das zeige nur, dass das Immunsystem gut funktioniere.

Vitaminpräparate helfen nicht

Es bringt auch nichts, sich kurzfristig Vitaminpräparate einzuschmeißen. Wer Vitamine möchte, lieber mal einen Apfel mehr als einen zu wenig essen. Grundsätzlich ist eine ausgewogene Ernährung für ein gutes Immunssystem elementar. Genauso wichtig ist es, genügend zu schlafen und Dauerstress zu vermeiden. Ein Mittel, das zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Sport. Hier könnt ihr Stress abbauen und stärkt gleichzeitig euer Immunsystem.

Ein guter Zeitpunkt, das Rauchen sein zu lassen

Während Attila Altiner sagt, dass Alkohol zumindest in Bezug auf das neue Coronavirus nicht ganz so schädlich sei, sagt er klar und deutlich: Wenn es einen guten Zeitpunkt gebe, um mit dem Rauchen aufzuhören, dann jetzt! Raucher seien insgesamt von Atemwegsinfektionen wie jetzt auch von Covid-19 immer stärker betroffen.

"Es scheint wirklich so zu sein, dass Raucher stärker betroffen sind. Insgesamt von Atemwegsinfektionen, aber auch jetzt von Covid-19."
Attila Altiner, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Uni Rostock

Virtuell sozial bleiben

Zwar reagiert nicht jeder auf körperliche Einsamkeit mit einem schlechteren Immunsystem, aber dennoch sollten wir uns auch in Sachen sozialer Kontakte weiterhin pflegen. Attila Altiner sagt deshalb, dass wir virtuell und per Telefon den Kontakt zu unseren Lieben weiter aufrecht erhalten sollten. Je mehr Zeit wir aktiv miteinander verbrächten, desto geringer sei die Wahrscheinlichkeit, in eine mentale Isolation zu fallen.

Übrigens: Orgasmen stärken das Immunssystem ebenfalls. Geht auch in Zeiten von Corona ganz virtuell, Stichwort: Cyber-Sex.