Vor ein paar Monaten dachten wir noch, wir müssten unseren Urlaub auf dem Balkon oder im Garten verbringen. Inzwischen haben aber viele Länder ihre Einreisebestimmungen gelockert – passend zu den Sommerferien. Wir geben einen Überblick.

In vielen Ländern fällt die Spontanität im Urlaub 2020 eher aus, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Verena von Keitz. Meistens sind nämlich Reservierungen nötig – für Hotels, für Campingplätze, manchmal sogar für Sitzplätze in Restaurants und Strandpavillons, etwa in den Niederlanden.

Wer nach Griechenland möchte, muss sich vorher online anmelden, spätestens 48 Stunden vor der Abreise. Außerdem werden Reisende stichprobenartig zu kostenlosen Covid-19-Tests gebeten.

Leere Strände in Spanien

Wenn ihr gerne außerhalb der Hochsaison verreist, um Menschenmassen zu vermeiden, könnten die spanischen Inseln das Richtige für euch sein. Die Strände dort sind gerade sehr leer und beschaulich, sagt unser Spanien-Korrespondent Marc Dugge.

"Verwaiste Strände nicht nur auf Mallorca, auch auf den Kanaren und auf dem spanischen Festland."
Marc Dugge, Spanien-Korrespondent

Zum Teil liege das daran, dass wegen der Quarantäneregeln in Großbritannien kaum Briten nach Spanien fliegen. Gerade die Kanaren und Mallorca sind normalerweise touristische Hochburgen für Pauschal-Touris aus Großbritannien. Es gebe momentan kaum noch Flüge aus Großbritannien, das könne sich in den nächsten Tagen aber noch ändern.

"Rote Ampel" in Portugal

An portugiesischen Stränden müssen die Besucher 1,5 Meter Abstand halten. Eine Gruppe darf aus nicht mehr als 25 Leuten bestehen. Am letzten Wochenende musste die Polizei sogar einige Strände wieder schließen, weil sie zu voll wurden. In Portugal gibt es da aber einen besonderen Service – und zwar eine App, die mit einer roten Ampel davor warnt, wenn ein Strand zu voll ist. So kann sich der Tourist noch im Hotel überlegen, ob er lieber einen anderen Strand ansteuert, wo noch nicht so viele Menschen sind.

Keine Selbstbedienung in der Türkei

Das Motto könnte lauten: Die Herausforderungen, die durch die Corona-Auflagen entstehen, möglichst positiv nutzen. Wer im Urlaub ein paar Kilo abnehmen möchte, für den könnte die Türkei das richtige Reiseziel sein. Trotz der noch nicht aufgehobenen Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Wegen der vorgeschriebenen Abstandsregelungen könne es nämlich gut sein, dass ihr euch die Teller nicht selber vollladen dürft sagt Türkei-Korrespondentin Karin Senz.

"Am Büfett sind Absperrbänder aufgebaut. Man darf sich nichts mehr selber nehmen, sondern muss einem Mitarbeiter oder dem Koch zeigen, was man essen möchte."
Karin Senz, Türkei-Korrespondentin

Wenn ihr dann auch noch in einem hohen Hotelgebäude logiert, könnt ihr zusätzlich statt des Aufzugs die Treppe nehmen und was für eure Fitness tun. In Aufzügen ist die Personenzahl nämlich reglementiert – was in großen Hotelgebäuden in Stoßzeiten zu langen Wartezeiten führen kann.

Weniger Restaurants in Paris

Wer lieber durch Outdoor-Aktivitäten abspecken möchte, dem sei die Stadt der Liebe empfohlen: In Paris sind nämlich leider inzwischen viele Restaurants dauerhaft geschlossen. Ihr müsst also viel länger durch die Straßen laufen, bis ihr eins findet, was euch gefällt.

Geheimtipp Tschechien

Wer frei durchatmen und Corona sowie die damit verbundenen Einschränkungen vergessen will, der sollte nach Tschechien reisen. Das Land ist insgesamt wenig betroffen von Corona. Ab 1. Juli gilt dort keine Maskenpflicht im Nahverkehr und geschlossenen Räumen mehr. Das Gastgewerbe darf wieder länger als bis 23 Uhr öffnen, und auch die Zwei-Meter-Abstandsregelung wird gekippt. Prag und eine weitere Region sind davon allerdings ausgenommen, weil dort die Fallzahlen etwas höher sind.