Weniger Covid-19-Tests, die positiv sind, abebbende Sommerwelle der Omikronvariante BA5 und neue Impfstoffe - klingt erstmal gut. Aber nach zweieinhalb Jahren Corona haben wir gelernt: Nach der Welle ist vor der Welle.

Der Gipfel der Sommerwelle 2022 bei den Covid-19-Infektionen ist laut Robert Koch-Institut vorbei. Es werde aber insgesamt weniger getestet, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Julia Polke. Deshalb sei die Corona-Lage schwieriger abzuschätzen. Es würden auch immer weniger einen PCR-Test machen, wenn sie sich krank fühlen oder einen positiven Schnelltest haben.

Diese Trends lassen sich gerade feststellen:

  • Weniger Neuinfektionen
  • Weniger Covid-19-Patienten auf Intensivstationen
Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Aus den Entwicklungen der letzten zweieinhalb Jahre lasse sich vermuten, dass wir eine Herbstwelle erleben werden. Die neuen Impfstoffe, die im September kommen sollen, sind auf die Omikronvariante BA.1 abgestimmt. Wir sind allerdings schon mit der Variante BA.5 zugange. Auch dagegen werden Impfstoffe getestet. Doch bis die zugelassen seien, wären wir schon bei der nächsten Variante.

"Die Erfahrung der letzten zweieinhalb Jahre hat gezeigt: Wenn die eine Welle vorbei ist, dauert es ein paar Wochen bis wenige Monate, bis sich die nächste Variante durchsetzt."
Julia Polke, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Forschung an Impfstoffen

Dennoch bringe der BA.1-Impfstoff mehr als die bisherigen, denn die BA-Varianten hätten untereinander generell mehr miteinander gemein als mit dem Ursprungsvirus, erklärt Julia. Welche Variante dann im Herbst dominieren wird, lasse sich im Moment nicht abschätzen. Während sich in Australien eher eine mit den Omikron-Linien BA4/BA5 verwandte Variante ausbreite, scheint es in Indien eine mit der Omikron-Linie BA2 verwandte Variante zu sein. Von diesen beiden Varianten wurden in Deutschland bisher nur Einzelfälle nachgewiesen. Auch in den USA könne man noch nicht sagen, welche Variante sich dort durchsetzen wird.

Forschende machen Hoffnung

Forschende aus Australien gehen aber davon aus, dass SARS-CoV-2 langfristig weniger krank machen und auch irgendwann nicht immer noch ansteckender wird oder noch mehr den Immunschutz umgehen wird. Sie sagen aber auch, dass man es noch nicht genau sagen kann, wann dieser Zeitpunkt erreicht sein wird. Die Impfung bleibe nach wie vor wichtig, vor allem für Risikogruppen. Vielleicht müsste dann jährlich - ähnlich wie die Grippeimpfung – der Impfstoff an Varianten angepasst werden.

Immerhin wird an Impfstoffen gearbeitet, die breiter gegen alle Varianten von Sars-Cov-2 wirken sollen.