Wer sich krank fühlt oder in einem Risikogebiet unterwegs war, sollte sich auf das Coronavirus testen lassen. Dabei gibt es unterschiedliche Tests, die nicht alle gleichermaßen zuverlässig sind, sagt Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori.

Wer schon einen Nasen-Rachenabstrich hinter sich hat, weiß: Das ist ganz schön unangenehm – und tut vielleicht auch ein bisschen weh. Doch um an eine zuverlässige Probe zu kommen, wird das Stäbchen für den Abstrich bis tief in den Rachen geschoben. "Das ist unangenehm, man weicht da vielleicht unwillkürlich zurück oder muss kurz würgen – aber das geht ja ganz schnell, und es sind keine unerträglichen Schmerzen", meint Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori.

"Beim richtigen Abstrich wird das Stäbchen in den Mund und auch tief in die Nase gesteckt, bis in den Rachen."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Damit das Virus auch wirklich entdeckt wird, muss man so vorgehen. Sanfter geht es leider nicht.

Speicheltest ist möglicherweise nicht so genau

Schon angenehmer scheinen da die sogenannten Speicheltests: Dabei spült man eine Flüssigkeit im Mund, die dann untersucht wird. Bei einer anderen Art Speicheltest wischt man den Mund mit einem Stäbchen aus. Aber: Es gibt bisher keine Belege, dass diese Art der Tests genauso zuverlässig sind wie der etwas unangenehme Nasen-Rachenabstrich, sagt Christina Sartori.

"Der Nasen-Rachenabstrich gilt zur Zeit als Goldstandard, also als die Methode, die am sichersten ist."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Etwas anderes sei es, wenn das Sputum untersucht wird – also der Schleim, den ein Patient abhustet, der Auswurf. Studien hätten gezeigt, dass die Trefferwahrscheinlichkeit bei diesem Test vielleicht sogar noch besser ist, als die beim Nasen-Rachen-Abstrich, sagt die Wissenschaftsjournalistin. Der Nachteil an der Methode: Wer keinen Husten hat, kann auch keinen Schleim für die Untersuchung "liefern", für viele fällt diese Testmethode also aus.

Neue Schnelltests in Großbritannien

Großbritannien hat nun angekündigt, massenhaft mit neuen Schnelltests auf Corona testen zu wollen. In weniger als 90 Minuten sollen sie Ergebnisse liefern und helfen, Übertragungsketten schnell zu unterbrechen. Doch wie gut diese Tests funktionieren, dazu gebe es bisher keine Daten, meint Christina Sartori.

Dabei seien Schnelltests prinzipiell natürlich eine gute Methode, um die Pandemie einzudämmen, denn zu oft gehe wertvolle Zeit zwischen der Durchführung eines Tests und dem Testergebnis verloren: Oft dauert es Stunden oder Tage, bis Patienten erfahren, ob sie positiv sind. Möglicherweise stecken sie so in der Zwischenzeit andere an, ohne das zu wollen.

"Bisher gibt es keine öffentlichen Daten zu diesen neuen Schnelltests, also keine Möglichkeit, zu beurteilen, wie gut, wie treffsicher sie wirklich sind."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin