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In Zeiten von Corona waschen wir uns alle zwar gründlich und oft die Hände, aber unser Smartphone haben wir trotzdem ständig in der Hand. Aber Entwarnung: Das Handy taugt nicht als Seuchenherd!

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Verena von Keitz wischt ihr Smartphone dieser Tage einfach mit einem feuchten Mikrofasertuch ab. Hygiene-Experten erklären, dass beim Smartphone und sonstigen Displays mehr gar nicht nötig sei.

Mikrobiologe Markus Egert von der Hochschule Furtwangen erklärt in der Süddeutschen Zeitung etwa, das Handy feucht abzuwischen reiche völlig aus. So ließe sich die Zahl der Mikroben sehr gut reduzieren. Egert hatte selbst vor einigen Jahren untersucht, wie viele Keime auf dem Display leben, und fand heraus, dass die Menge selbst bei ungeputzten Smartphones sehr klein ist.

Feuchtes Tuch reicht zur Handy-Reinigung

Viele Experten sagen auch, dass Handys eher ein Abbild der eigenen Hautbesiedlung sind. Deshalb ist es gerade im Moment gut, die Oberfläche regelmäßig zu säubern.

In einem aktuellen Video vom britischen Sender BBC wird gezeigt, wie gut das mit etwas Seife und einem feuchten Tuch klappt. Die Mikrobiologin Lena Ciric vom University College in London weist darauf hin, dass natürlich keine Flüssigkeit in die Öffnungen des Telefons gelangen darf. Durch diese Reinigung könnten mehr als 50 Prozent der Keime entfernt werden, so Ciric.

Wobei auch ein feuchtes Tuch schon ausreiche, um viele Keime zu beseitigen, sagt unsere Reporterin Verena von Keitz.

"Die Frage ist, ob man wirklich ständig mit Seife an das Handy ran muss. Ein feuchtes sauberes Tuch allein ist schon ziemlich prima."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova Reporterin

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité in Berlin, weist außerdem oft darauf hin, dass höchstwahrscheinlich der Hauptübertragungsweg des neuartigen Coronavirus eben über eine Tröpfcheninfektion verläuft. Durch ein Gespräch oder das Anhusten einer Person sei die Gefahr einer Tröpfchen-Infektion größer als durch die Kontaktübertragung über Türklinken oder auch Smartphones, so Droste.

Corona-Virus auf Türklinken? Eher nicht

Viele Menschen fürchten jetzt Oberflächen wie etwa Türklinken, weil dort angeblich das Virus lange überleben kann. Christian Drosten erklärt dazu im Corona-Virus-Update Podcast vom NDR, dass Forschende in einem Experiment Nährlösungen mit dem Virus auf verschiedene Oberflächen aufgetragen haben.

Dabei wurde mehr Flüssigkeit verwendet, als wir durch ein Husten in Tröpfchenform abgeben. Die Menge an Flüssigkeit, die wir durch das Anfassen einer Klinke hinterlassen, sei kaum messbar, so Drosten.

Deshalb lassen sich seiner Meinung nach die Ergebnisse dieser Studie nicht auf unseren Alltag übertragen. Zu geringen Abstand zu anderen Menschen zu halten sei da viel gefährlicher.