Alle, die ein mal den Impfstoff von Astra-Zeneca bekommen haben, sollen jetzt einen mRNA-Impfstoff für die Zweitimpfung erhalten, so empfiehlt es die Ständige Impfkommission. Das soll rund 6,7 Millionen Menschen betreffen.

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weiter aus und sie ist auch deutlich ansteckender. Vor diesem Hintergrund hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung für die Corona-Schutzimpfung angepasst.

Das Gremium hält es für sinnvoll, wenn Impfwillige – unabhängig vom Alter – nach einer ersten Impfung mit dem Vakzin von Astra-Zeneca einen mRNA-Impstoff als Zweitimpfung bekommen, also die Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Diese sogenannte Kreuzimpfung hat die Stiko bislang nur für Geimpfte unter 60 Jahren empfohlen, erklärt Deutschlandfunk-Korrespondent Volker Finthammer.

Schnell impfen gegen Delta

Ihre neue Empfehlung stützt das Gremium auf aktuelle Studien aus Großbritannien, die zeigen würden, dass vollständig Geimpfte ähnlich gut vor einem schweren Krankheitsverlauf durch die Delta-Variante des Coronavirus geschützt seien wie gegen die übrigen Virus-Mutationen.

Nach nur einer Impfdosis scheine der Schutz gegen die Delta-Variante hingegen deutlich geringer, so die Stiko. Zumal eine Kreuzimpfung der Impfung mit zwei Dosen von Astra-Zeneca deutlich überlegen sei.

Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die Menschen, die schon zwei Mal mit Astra-Zeneca geimpft wurden, auch gut gegen die Delta-Variante geschützt sind.

"Es gibt auch eine Entwarnung für die zweieinhalb Millionen Menschen, die bereits zweimal mit Astra-Zeneca geimpft wurden. Sie müssen sich im Prinzip keine Sorgen machen, hat die Stiko gesagt."
Volker Finthammer, Dlf-Korrespondent im Hauptstadtstudio

Neue Empfehlung für Impfabstände

Aktuell haben rund 55 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis erhalten (Stand: 02.07.2021 14.50 Uhr). Jetzt geht es darum, die zweite Impfdosis möglichst bald zu bekommen. Dafür hat die Stiko in ihrer aktuellen Empfehlung auch die Abstände zwischen den zwei Impfdosen angepasst:

  • Biontech: drei bis sechs Wochen
  • Moderna: vier bis sechs Wochen
  • Astra-Zeneca: neun bis zwölf Wochen
  • Kreuzimpfung (Astra-Zeneca und mRNA-Impfstoff): ab vier Wochen

Die Kreuzimpfung soll laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab sofort möglich sein – wenn dafür vor Ort genug Impfstoff vorhanden ist. Für die mRNA-Impfstoffe sollte das aktuell der Fall sein, so Jens Spahn auf einer Pressekonferenz am 2. Juli.

"Was die Mengen der Impfstoffe betrifft, soll es keine Probleme geben. Da hat der Bundesgesundheitsminister noch mal darauf verwiesen."
Volker Finthammer, Dlf-Korrespondent im Hauptstadtstudio