Forschende weltweit arbeiten aktuell daran, einen Impfstoff oder Medikamente zu finden, die das neuartige Coronavirus bekämpfen. Jetzt soll es 13 Wirkstoff-Kandidaten für Medikamente geben.

Ein internationales Team aus Forschenden hat insgesamt 12.000 Wirkstoffe untersucht, dabei sind sie auf 13 mögliche Wirkstoffe gegen Sars-Cov-2 gestoßen.

Zu der Gruppe der Forschenden zählen unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom US-amerikanischen Sanford Burnham Prebys Medical Discovery Institute und der University of Hong Kong. Ihr Artikel wurde im Fachmagazin Nature veröffentlicht, allerdings noch nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet.

Alle Wirkstoffe schon an Menschen getestet

Die getesteten Wirkstoffe stammen aus der Substanzbibliothek Reframe, aus einer Sammlung verschiedenster Proben. Um die Substanzen zu testen, geben Pipettierautomaten jeweils einen Wirkstoff auf tausende Schalen mit Zellkulturen.

"Unter den 12.000 Substanzen haben die Forschenden 13 ausgemacht, die möglicherweise gegen Sars-Cov-2 helfen könnten."
Anne Preger, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Bei der Suche nach einem Wirkstoff gegen das neuartige Coronavirus, haben die Forschenden Nierenzellen einer Affenart mit Sars-Cov-2 infiziert und so im Anschluss untersucht, ob das Virus durch einen der 12.000 Wirkstoffe gehemmt wird.

Der Vorteil einer Substanzbibliothek: Alle 12.000 untersuchten Wirkstoffe sind bereits erfolgreich an Menschen getestet. Die Forschenden wissen also, dass Menschen diese Substanzen vertragen und erhebliche Nebenwirkungen auszuschließen sind.

Das heißt: Die Wirkstoffe haben entweder schon eine entscheidende Hürde auf dem Weg zur Medikamentenverarbeitung überwunden. Oder es sind Mittel, die in den USA in bereits zugelassenen Medikamenten verarbeitet wurden.

Wirkstoff finden, Ausbreitung stoppen

Bei den 13 gefundenen Wirkstoff-Kandidaten handelt es sich größtenteils um Enzyme, durch die sich das Virus in den Zellkulturen nicht weiter ausgebreitet hat. "Das ist ganz entscheidend bei der Bekämpfung eines Krankheitserregers im Körper", erklärt Anne Preger von den Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten.

Weitere Untersuchungen im Labor

Im weiteren Schritt sollen kalifornische Forschende die 13 Wirkstoffe weiter im Labor untersuchen. Zum Beispiel führen sie Tests an menschlichen Lungenzellen durch, die an Covid-19 erkrankt sind. Es gilt dann zu untersuchen, wie sich die einzelnen Wirkstoffe in der Zelle verhalten und auch darum, weitere Nebenwirkungen auszuschließen. Verläuft das erfolgreich, können die Wirkstoffe an menschlichen Covid-19-Patienten getestet werden.