Das neuartige Coronavirus ist in Deutschland angekommen: Welche Symptome uns aufmerksam machen sollten und wie wir uns vorbereiten können.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 ist in Europa angekommen. Gesundheitsminister Jens Spahn versichert: "Das deutsche Gesundheitswesen ist eins der besten der Welt. Wir bewältigen jedes Jahr Grippewellen, die uns vor vergleichbare Herausforderungen stellen." In der Bundesrepublik gibt es bisher nur wenige bestätigte Infektionsfälle - die alle mit einer bayerischen Firma in Zusammenhang stehen. (Stand: 25.02. 2020) Das heißt: Die Fälle lassen sich zurückverfolgen, sie wurden isoliert und die meisten Patienten sind wieder gesund und aus dem Krankenhaus entlassen. Die Münchener Behörden hätten es geschafft, das Virus dort einzudämmen, sagt Christian Drosten.

"Ich würde im Moment warten, bis es zu einer bekannten Einschleppung von Fällen gekommen ist."
Christian Drosten ist Professor an der Charité in Berlin und leitet das Institut für Virologie

Christian Drosten ist Professor an der Charité in Berlin und leitet das Institut für Virologie. Er hält es für wahrscheinlich, dass auch wir in Deutschland noch weitere Fälle haben werden, allerdings sagt er auch, dass wir zunächst mal abwarten sollten, wie sich das Ganze entwickelt. Erst wenn eine gewisse Anzahl weiterer Fällen in Deutschland bekannt werde, mache es Sinn, unseren Alltag daran anzupassen.

Halsschmerzen und eventuell Fieber

Der milde Krankheitsfall, durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst, beginnt bei einem durchschnittlichen Erwachsenen – der ansonsten gesund ist – wie eine normale Erkältung. Weniger als Fließschnupfen, mehr als ein Halsschmerz, der dann schnell von einem Reizhusten begleitet werden kann, eventuell auch von Fieber, sagt Christian Drosten.

"Angst zu haben braucht man nicht, weil das vor allem eine Erkältungskrankheit ist."
Christian Drosten ist Professor an der Charité in Berlin und leitet das Institut für Virologie

Menschen, die in Folge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben sind, hatten häufig Vorerkrankungen, das könnten allerdings sehr unterschiedliche Erkrankungen sein, sagt Christian Drosten, Diabetes gehöre dazu, Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen.

"Bei den Mundschützen gibt es keine Daten, die sagen, dass das vor einer Infektion schützt."
Christian Drosten ist Professor an der Charité in Berlin und leitet das Institut für Virologie

In Bezug auf das Mundschutz-Tragen ist Christian Drosten sehr skeptisch. Er sagt, es gebe keinen Nachweis, dass die wirklich etwas bringen. Vor allem nicht solche Produkte, die frei in Apotheken verkauft werden. Es gibt spezielle Sicherheitsmundschutze, die können eine halbe Stunde getragen werden und müssen dann ausgetauscht werden. Diese Spezialausrüstung gäbe es allerdings nicht für die normale Bevölkerung zu kaufen.

Regelmäßig Händewaschen

Auch unsere Reporterin Grit hat sich mit dem neuartigen Coronavirus beschäftigt und vor allem damit, wie wir uns schützen können: Das Virus wird per Tröpfcheninfektion übertragen. Es vermehrt sich im Rachen. Daher gilt das Übliche: Regelmäßig die Hände waschen, mindestens 20 Sekunden lang und schön darauf achten, dass auch die Finger, die Zwischenräume und der Daumen gründlich eingeseift werden.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs übers Händewaschen
"Ich mache das, wenn viele Kolleginnen krank sind, auch extra-oft. Und vor allem jedes Mal, wenn ich von draußen zurück nach Hause komme."

Besonders sinnvoll ist das natürlich, wenn wir unterwegs waren und Türgriffe, U-Bahn-Halteknöpfe oder ähnliches angefasst haben. Wir sollten auch darauf achten, dass wir uns nicht so häufig ins Gesicht fassen. Und eventuell auch nicht alles mit der Zeigefingerspitze machen, sondern den Haltknopf in der Bahn vielleicht mit dem Knöchel berühren. Seit den ersten Ebola-Epidemien in Westafrika vor sechs Jahren gibt es übrigens die sogenannte "Ebola-Begrüßung": Ellbogen aneinanderhalten statt umarmen oder Hände schütteln. Weitere Hinweise, für den Fall, dass sich das Virus in Europa noch weiter ausbreitet, hat zum Beispiel auch das Science Media Center zusammengetragen.