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Der Bund hat die Impfpriorisierung in Deutschland aufgehoben. Das bedeutet aber nicht, dass alle schon diese Woche einen Impftermin bekommen. Was wir für die kommenden Wochen erwarten können – und welche Möglichkeiten wir haben, um uns bald impfen zu lassen.

Seit dem 7. Juni gibt es offiziell keine Impfpriorisierung mehr in Deutschland. Der Bund hat sie aufgehoben. Und auch die angekündigten Lieferungen für die kommenden Tage hören sich im ersten Moment gut an: 2,5 Millionen Impfdosen für Impfzentren, 3,4 Millionen für Arztpraxen, 700.000 Dosen für Betriebsärztinnen.

"Nur weil der Bund jetzt die Impstoffpriorisierung aufgehoben hat, heißt das nicht, dass es ab sofort keine Priorisierung mehr gibt."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die meisten Impfdosen im Juni sind für Zweitimpfungen eingeplant

Das sorgt in der Theorie für Freude – die Praxis sieht allerdings anders aus. Für diese und die kommenden Juniwochen stehen viele Zweitimpfungen an. Außerdem wurden noch nicht alle Menschen geimpft, die einer priorisierten Gruppe angehören.

"Wir müssen erst die Prioritäten eins bis drei abarbeiten", sagt zum Beispiel Roger Lewentz in der ARD, SPD-Innenminister in Rheinland-Pfalz.

Alle, die sich bis zum 7. Juni bereits anmelden konnten, hätten somit Vorrang. Manche der Menschen mit Impfpriorisierung haben bis heute keinen Termin bekommen. Zum Beispiel Jacqui, die zur dritten Impfgruppe gehört und noch keinen Impftermin hat – über ihre Versuche, einen Termin zu bekommen, hat sie in der Ab 21 ausführlich gesprochen.

"Ich versuche eigentlich schon seit eineinhalb Monaten einen Termin zu bekommen, stehe bei diversen Ärzten auf Wartelisten und aktualisiere mindestens 15 mal täglich die Seite des Impfzentrums zur Terminvergabe."
Jacqui ist in Priogruppe drei und wartet auf einen Impftermin

Hinzu kommt: Es ist von Region zu Region unterschiedlich, wie viele Kapazitäten vorhanden sind. Wer sich über sein Bundesland informieren will, geht am besten auf Webseite 116117.de. Hier gibt es Informationen und Links zu allen Anmeldungsportalen.

Geduld behalten – und mehrere Möglichkeiten nutzen, um einen Termin zu bekommen

Was also tun, wenn wir uns gerne impfen lassen möchten, aber noch keinen Termin haben? Neben einer Anmeldung über die 116117.de gibt es Portale wie Sofort-Impfen.de oder Impfbruecke.de.

Bei "Sofort-Impfen.de" werden freigewordene Termine in Arztpraxen vermittelt. Allerdings müssen Ärztinnen und Ärzte sich eigenständig beim Portal anmelden und Termine eintragen – und viele haben ihre eigenen Listen.

"Impfbruecke.de" vermittelt freigewordene Restdosen, es machen auch ein paar Impfzentren aus Städten und Gemeinden mit. Aber man muss recht flexibel sein: Der Impfstoff kann nur rund 70 Minuten verwendet werden, nachdem er in die Spritze gezogen wurde. Durch den großen Andrang kann es auch dazu kommen, dass die Anmeldung zur Impfbrücke geschlossen wird – wie in Wuppertal.

Was immer geht: mehre Wege nutzen. Also zum Beispiel über das Bundesland für einen Impftermin registrieren und bei verschiedenen Arztpraxen anrufen – auch Fachärztinnen dürfen mittlerweile impfen. Nach wie vor gilt auch: Es ist leichter, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen – aber hier sollte man unter 40 Jahren bewusst eine Risikoabschätzung machen und sich informieren.

Die Optionen im Überblick:

Auch mit dem Wegfall der Priorisierung bedeutet das für Impfwillige in dieser Woche und im Juni: abwarten. Auch wenn Impfstoff gerade knapp scheint – für die kommenden Wochen wurden große Mengen angekündigt. Es ist also realistisch, dass bis zum Ende des Sommers alle Impfwilligen zumindest einmal geimpft wurden.