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Kein US-Präsident hat Begriffe wie "Alternative Fakten", und "Fake News" so geprägt wie Donald Trump. Aber er hat sie nicht erfunden. In "Curveball - wir machen die Wahrheit" greift Filmemacher Johannes Naber die Geschichte des Irak-Angriffs der USA nach "9/11" auf, der unter anderem auf den Fake-News basierte, es gäbe dort nachweislich biologische Waffen. Hervorgerufen durch einen Informanten, der in Deutschland untergetaucht war und von dem der BND angeblich wusste, dass seine Augenzeugen-Aussagen gelogen waren.

Hochspannend baut Johannes Naber seinen Film auf, einen Dokumentar-Spielfilm "nach einer wahren Begebenheit" mit vielen Ausschnitten aus der tatsächlichen Berichterstattung des Irak-Krieges nach den terroristischen Angriffen auf das World-Trade-Center 2001. Erzählt wird die Geschichte des Informanten Rafid (Codename "Curveball"), der Ende der 1990er-Jahre aus einem Asylbewerberheim in Deutschland heraus behauptet hatte, er sei Ingenieur im Irak gewesen und Augenzeuge bei der Herstellung biologischer Kampfstoffe dort.

Katz-und-Maus-Spiel zwischen BND und CIA

Sebastian Blomberg spielt Dr. Wolf, einen Bio-Kampfstoff-Experten des BND, Thorsten Merten und Michael Wittenborn dessen Chefs, die sich allesamt im internationalen Rausch um nachrichtendienstliche Höchstgeschwindigkeit verleiten lassen, allzu schnell zu glauben. Es entsteht ein irrsinniges Katz-und-Maus-Spiel zwischen BND und CIA, blindwütig in ihrer Sucht nach Bestätigung einer Tatsache, die es nicht gibt: Massenvernichtungswaffen im Irak.

Ein Film, der zwar in Ausläufern sehr an die Erzählung der gefälschten Hitler-Tagebücher in "Schtonk" erinnert, seine Wirkung aber nicht verfehlt. Entscheidender Dialog des Films: "... und das gibt Euch das Recht, einfach die Fakten zu verdrehen?!" "Wir MACHEN die Fakten."

Der Film "Stillwater" erinnert an die Amanda-Knox-Story

Parallel startet diese Woche auch "Stillwater" im Kino, ebenfalls ein Film, der an eine Geschichte erinnert, die wir schon kennen. Matt Damon spielt hier den einfachen US-Bauarbeiter Bill Baker, dessen Tochter (Abigail Breslin) in Marseille im Gefängnis sitzt. Sie soll eine Kommilitonin getötet haben, beteuert aber ihre Unschuld.

Vater Bill reist nach Frankreich, um der Sache selbst auf die Spur zu gehen. Der Film erinnert an "Der Engel mit den Eisaugen" – die Amanda-Knox-Story. Sie selbst hat sich kürzlich erst öffentlich im Netz mehrfach über zu große Ähnlichkeit beschwert. "Stillwater" hebt sich im Verlauf aber gut genug ab, um einerseits ein eigenständiger Thriller zu sein, der zwar Längen hat, der aber andererseits auch ein gelungenes Psychogramm einer in den Grundfesten erschütterten Vater-Tochter-Beziehung zeichnet.

Bericht von den internationalen Filmfestspielen in Venedig

Anna Wollner ist noch immer in Venedig und hat seit der Eröffnung der 78. internationalen Filmfestspiele vergangene Woche schon einiges erlebt. Wen sie getroffen hat, welche Filme sie schon sehen konnte, welche davon sich lohnen, wann sie rauskommen und wie sich ein Filmfestival unter Corona-Bedingungen anfühlt, wird sie ausführlich erzählen.