Es wird doch noch Frühling - ein Glück. Doch beim Spaziergang über die Felder weht euch vielleicht nicht nur ein milder Wind, sondern auch Gülle-Duft um die Nase. Denn die Böden sind nicht mehr gefroren, und die Gülle-Saison startet. Das bringt auch Probleme.

Gülle ist ein natürlicher Dünger in der Landwirtschaft. Die Gülle besteht aus Urin und Kot von Tieren. Die Ausscheidungen der Tiere sind reich an Nährstoffen wie Stickstoff oder Kalium, die für den Ackerbau wichtig sind. So ergibt sich ein natürlicher Nährstoffkreislauf, sagt Bernhard Osterburg vom Thünen-Institut, einem Forschungsinstitut für ländliche Räume.

"Eine weidende Tierherde, die durch die Savanne zieht, verteilt auch ihre Ausscheidungen auf der Fläche und dann wächst das Gras, das später wieder abgeweidet wird."

Das stimmt: Dennoch gibt es in Deutschland auch Probleme mit der Gülle. Ein Problem ist, dass sie nur in bestimmen Zeitabschnitten auf den Feldern verteilt werden kann. Zum Beispiel im Frühling, wenn die Böden nicht mehr gefroren sind.

Das führt dazu, dass teils viel Gülle in kurzer Zeit auf den Feldern verteilt wird. So viel, dass die Pflanzen die Nährstoffe nicht komplett aufnehmen können. Dann bleibt der Stickstoff übrig und sorgt für eine Nitrat-Belastung in unserem Grundwasser, was zu einem Problem für unser Trinkwasser werden kann.

Die Gülle muss besser im Land verteilt werden

Und es gibt noch eine Herausforderung: In Deutschland gibt es Regionen mit intensiver Tierhaltung. Die Felder vor Ort können die Gülle-Mengen nicht aufnehmen. Der natürliche Dünger besteht jedoch zu fast 90 Prozent aus Wasser, sodass der Transport kostspielig ist und sich finanziell kaum lohnt. Es gibt Gülle-Börsen, die die Verteilung koordinieren sollen. 

Auch wird versucht, die Ausscheidungen der Tiere durch eine andere Haltung zu reduzieren, sagt Bernhard Osterburg.

"Es gibt Methoden, gerade in der Schweine- und Geflügelhaltung, sehr nährstoffreduziert zu füttern. So ist es möglich die Ausscheidungen der Tiere deutlich zu reduzieren."

Viele Umweltverbände wiederum fordern alternative Maßnahmen und wollen das Problem ganz anders lösen: Greenpeace zum Beispiel fordert, dass Landwirte nur so viele Tiere halten dürfen, wie sie mit den Erträgen ihrer eigenen Äcker auch ernähren können.

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