Dänen verstehen ihre eigenen Filme nicht mehr. Die Schauspieler nuscheln absichtlich so sehr, dass dänischsprachige Filme jetzt mit dänischen Untertiteln versehen werden.

"Er der ikke noget du skal?", auf Deutsch "Gibt’s nicht irgendetwas für dich zu tun?", wird im dänischen Thriller "Erbarmen" (Szene oben im Bild zu sehen) zu "Erderik no’duskal?".

DRadio-Wissen-Autor Alex Buchwald lebt seit vier Jahren in Dänemark und spricht gut Dänisch, trotzdem versteht nix mehr, wenn die Dänen im Fernsehen plötzlich anfangen zu nuscheln. Das liegt aber nicht nur an seinen nicht perfekten Sprachkenntnissen - den Dänen geht es nämlich genauso.

Die dänische Sprache ist bekannt dafür, recht monoton zu sein. Alex sagt: Die Sprache ist langweilig, eine Dauerwurst. Ein langes Wort, ohne Höhen und Tiefen.

"Das Dogma hieß: Echte Menschen, echte Klamotten, echtes Licht, keine Musik und eben auch echte Sprache."
DRadio-Wissen-Autor Alex Buchwald

Warum aber nuscheln auch Schauspieler in Filmen? Die Dänen sind so etwas wie der Erfinder des Sozialrealismus. Filme müssen demnach besonders authentisch sein, die Realität möglichst wahrheitsgetreu wiedergeben. Und wenn die Dänen nuscheln, dann müssen das eben auch die Schauspieler im Film tun.

Einige Kinos bieten ab sofort auch dänische Filme konsequent mit dänischem Untertitel an. Mitlesen sind die Dänen gewohnt: Fremdsprachige Filme werden meist untertitelt - Synchronisation gibt es nicht.