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Lockdown, Lagerkoller, Weihnachten alleine – gerade ist es nicht so einfach, positiv zu bleiben. Clemens ist überzeugt: Wer glücklich sein will, muss dankbarer sein. Und das braucht Übung.

Dankbarkeit heißt für Clemens konkret, "den Fokus auf die schönen Dinge im Leben zu setzen", sagt er. Das passiere aber nicht automatisch – es müsse geübt werden.

"Für mich ist ein großer Schlüssel zum Glücklichsein das Dankbarsein."
Clemens

Wenn Clemens sich Zeit für Dankbarkeit nimmt, erinnert er sich zum Beispiel bewusst an Situationen, in denen er glücklich war. Eine Weltreise, die der Filmemacher vor ein paar Jahren mit einem Kumpel gemacht hat, ruft in ihm immer noch große Euphorie hervor.

"Zwei Monate mal komplett raus aus dem eigentlichen Alltag“, erinnert sich Clemens begeistert. „Auf einmal haben ganz andere Gedanken Platz in deinem Kopf als zu Hause. Da habe ich gemerkt: Diese Dankbarkeit hat richtig Platz gefunden – nicht nur in meinem Kopf. Die Dankbarkeit ist durch meine Adern geflossen!"

Ein besonderer Dankbarkeitsmoment war für Clemens auf Hawaii den Sternhimmel zu sehen und sich dabei ganz klein zu fühlen: "Das war ein Gefühl von Demut und gleichzeitig Glück." Denn zuhause in Deutschland, vor allem, wenn man in einer Stadt wohnt, könne man so etwas nicht erleben.

Dankbarkeit kann auch aus negativen Situationen entstehen

Auch Erfahrungen, die nicht grundlegend positiv sind, geben Clemens ein Dankbarkeitsgefühl. Er hat schon Filme in Angola gedreht – eine prägende Erfahrung für ihn: "Du siehst dein Leben zuhause in einem anderen Licht. Du hast fließend Wasser, Strom, kannst warm duschen", erinnert sich Clemens. Die daraus entstehende Perspektive, wie viel Glück man im Vergleich zu anderen hat, gibt Clemens auch Hoffnung.

Auch im Corona-bedingten Lockdown findet Clemens viele Dinge, für die er dankbar ist. Etwa, dass er sich mehr Zeit zum Spazierengehen nehmen kann und die Ruhe genießt, während er einen Espresso auf seiner Couch trinkt.

Clemens übt das Dankbarsein

Die positiven Erinnerungen helfen Clemens, sich aus negativen Gedankenspiralen zu befreien. Er setzt sich oft hin und schreibt auf, wofür er dankbar ist. "In zehn Minuten hast du zwei Blätter vollgeschrieben und merkst: Ey, was für ein Glück ich habe!"

Irgendwann habe er die standardisierten Dankbarkeitsübungen aber nicht mehr gebraucht – sein Denken habe sich verändert, so Clemens. Er hat aber seine eigenen Dankbarkeits-Routinen für den Alltag entwickelt: "Es ist immer so, dass ich den Tag mit Dankbarkeit starte und den Tag mit Dankbarkeit beende."

"Ich brauche nicht zu warten, bis es mir schlecht geht. Warum nicht auch in guten Momenten Danke sagen?"
Clemens

Clemens bedankt sich abends bei seinem Körper für seine Leistung – schließlich bräuchten nicht nur andere Menschen Wertschätzung, sondern auch er selbst und seine Körperteile, mit denen er regelrechte "Teamsitzungen" abhält. Oft würde einem einfallen, wie wertvoll etwas ist, wenn die Sache fehlt. Zum Beispiel werde das Bein umso wichtiger, wenn es eingegipst ist und nicht mehr richtig funktioniert.

"Wenn die Beine mich nicht tragen, dann könnte ich auch nicht durch die Gegend spazieren und an tolle Orte gehen", so Clemens. Er möchte schon dankbar sein, lange bevor das Bein gebrochen ist.