In Hessen sollen Teile des Dannenröder Forstes gerodet werden, um Platz für eine Autobahn zu schaffen. Demonstrierende machen dagegen mobil, doch in zwei Wochen soll die Abholzung beginnen.

Den Hambi, den Hambacher Forst, kennen inzwischen wohl die meisten: Der Wald in NRW soll für den Braunkohletagebau gerodet werden, es gab und gibt Proteste, Menschen haben die Bäume besetzt, die Polizei hat den Wald geräumt, dann kamen wieder die Baumbesetzerinnen. Die Nachrichten waren immer wieder voll vom Hambi.

Vom Danni hingegen haben die meisten vermutlich noch nicht gehört. Seit mehr als 40 Jahren schon gibt es Streit um den Dannenröder Forst. Denn in Hessen, zwischen Kassel und Gießen, soll ein 43 Kilometer langer Abschnitt der Autobahn 49 entstehen, quer durch den mehr als 300 Jahre alten Mischwald. 100 Hektar Wald müssen dafür gerodet werden.

Dannenröder Forst wird besetzt

Gegen den Ausbau und für den Erhaltes des Waldes demonstrieren hunderte und tausende Menschen. Seit fast einem Jahr besetzen Aktivistinnen und Aktivisten die Bäume im Wald, um die Rodung zu verhindern. Sie haben Baumhäuser errichtet und Barrikaden gebaut.

"Das ist eine bunte Mischung von Aktivistinnen und Aktivisten, aber auch Umweltschutzverbänden der klassischen Art wie der Bund für Umwelt und Naturschutz, Robin Wood oder Fridays for Future", erklärt Ludger Fittkau, Dlf-Korrespondent für Hessen. Auch militante Aktivistinnen und Aktivisten, die bereit seien, sich an Bäume zu ketten, sollen vor Ort sein.

Baumhaus im besetzten Dannenröder Wald.
© imago images | Tim Wagner

Die Argumente der Protestierenden sind grundsätzlich:

  • Klimakrise
  • Artensterben
  • Waldsterben durch Borkenkäfer und Trockenheit

Außerdem gibt es unter dem Wald Trinkwasser für Frankfurt. "Frankfurt bezieht etwa ein Viertel seines gesamten Trinkwassers aus dem Vogelsberggebiet", erklärt Ludger Fittkau. Dort liegt der Dannenröder Forst. "Das wäre möglicherweise gefährdet, wenn der Wald geschädigt ist."

"Der Dannenröder Forst ist ein toller, alter Mischwald. Die Eichen gelten als besonders klimaresistent."
Ludger Fittkau, Dlf-Korrespondent für Hessen

Die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen steckt in einer Zwickmühle, sagt Ludger Fittkau: Die CDU ist für den Weiterbau der A49 und unterstützt damit die wirtschaftlichen Interessen in der Region. Mehrere große Firmen würden von der neuen Autobahn profizieren und etwa beim Transport Zeit sparen.

Die Grünen hingegen sind schon immer gegen das Projekt. Sie fordern auf Bundesebene grundsätzlich, dass zehn Prozent der Wälder naturbelassen bleiben. Doch im Koalitionsvertrag mit der CDU unterstützen die Grünen den Ausbau.

Abholzung beginnt bald

"Das ist eine angespannte Lage in der Region", stellt unser Korrespondent fest. Die Protestierenden sind der Ansicht, dass zwar gebaut werden darf - aber nicht gebaut werden muss.

Am 1. Oktober soll es mit dem Abholzen des Dannenröder Forsts losgehen.