Vor 25 Jahren erschien mit Windows 95 ein Betriebssystem mit grafischer Nutzeroberfläche, das Computer wesentlich benutzerfreundlicher machte. Dadurch begann die Ära der Heimcomputer. Heutzutage läuft der Großteil der PCs mit Windows. Und trotzdem könnten Betriebssysteme, wie wir sie kennen, für Privatpersonen bald Geschichte sein.

Es war das erste richtige Betriebssystem für den Rechner zu Hause: Windows 95 kam vor 25 Jahren auf dem Markt. Und heute? Da könnte die Zeit der Betriebssystem langsam abgelaufen sein. Zumindest, wenn wir Betriebssysteme als grafische Oberfläche verstehen – also mit Dateiverwaltung, Ordnern zum Ablegen von Dokumenten, Bildern und Videos. Und wo wir Programme installieren, wie eine Software zur Bildbearbeitung oder ein Textverarbeitungsprogramm, erklärt unser Netzreporter Konstantin Köhler. Klar ist aber auch: Bis sich Unternehmen oder Verwaltungen von ihren Windows-Rechnern verabschieden, dürfte es noch einige Jahre dauern.

Cloud löst Betriebssysteme ab

Die Entwicklung geht in einer andere Richtung: Privatleute und Firmen legen zunehmend ihre Dateien in der Cloud ab und verwalten sie dort. Auch Software as a service wird immer gängiger. Damit sind Programme wie beispielsweise Google Docs gemeint, die komplett im Browser laufen, ohne dass wir sie vorher auf dem Rechner installieren müssen. Je häufiger diese cloudbasierten Services genutzt werden, umso unwichtiger wird das Betriebssystem. Es dient dann nur noch dazu, die Hardware zu steuern, sodass der Bildschirm beispielsweise etwas anzeigt, erklärt unser Netzreporter Konstantin Köhler.

"Das Betriebssystem dient dann lediglich dazu, die Hardware zu steuern, also dafür zu sorgen, dass der Bildschirm etwas anzeigt zum Beispiel."
Konstantin Köhler, Netzreporter

Zusätzlich sind massenweise private Nutzerinnen und Nutzer auf Smartphones und Tablets umgestiegen. Laut des US-amerikanischem Marktforschungsunternehmens International Data Corporation sinkt der weltweite Absatz von Desktop-PCs seit Jahrzehnten stetig. Somit sind Windows-Betriebssysteme auf dem Rückzug. Kostenlose Open-Source-Alternativen bremsen den Verkauf von Windows-Betriebssystemen zusätzlich.

Die Zukunft von Windows und Microsoft

Microsoft hat deswegen schon vor Jahren angefangen, den Konzern umzubauen und neu auszurichten. In Interviews betonen die Firmenchefs immer wieder, dass Windows nicht mehr das Kerngeschäfts sei und das Unternehmen auf die Cloud und auf Software setze. Angebote, die sich in erster Linie an Firmenkunden richten.

Die Cloud-Systeme, die Windows entwickelt, basieren auf dem offenen Betriebssystem Linux. Microsoft hat mittlerweile erkannt, dass Betriebssysteme an Bedeutung verlieren und entwickelt teils sogar an Linux mit und profitiert gleichzeitig von den Entwicklungen anderer. Geld verdient Microsoft dann mit spezieller Unternehmenssoftware. Ein Geschäftsmodell, dass der Strategie von Android-Smartphone-Herstellern ähnelt, die am Betriebssystem mitentwickeln und dann mit Hardware oder Apps Gewinne erzielen.