Fake News. Wer steckt dahinter? Was kosten sie, und wer bezahlt dafür? Die IT-Sicherheitsfirma Trend Micro wollte das wissen und hat dazu jetzt eine Studie veröffentlicht.

Etwa 55.000 US-Dollar kostet es, jemanden per Fake News zu diskreditieren, ist der Studie der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro zu entnehmen. Das Paket "Wahlen beeinflussen" ist mit 400.000 US-Dollar schon deutlich teurer. Proteste auslösen: 200.000 US-Dollar. Und wer schon mit schnöder Reichweite zufrieden ist:

"Für gut 2600 US-Dollar bekomme ich innerhalb von vier Wochen 300.000 Follower auf einem Social-Media-Netzwerk, sagt die Studie."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Solche Deals lassen sich nicht im herkömmlichen Internet abschließen. Sie kommen da zustande, wo sich die Spuren verwischen und nicht zurückverfolgen lassen: im Darknet.

Fake News machen kann fast jeder

Das Darknet gibt es kein Ebay für Fake News. Auch im geschützten Raum kann ich nicht mal eben wie ein herkömmliches Produkt im Vorbeigehen eine Wahlbeeinflussung kaufen. Die 400.000 Euro sind eher ein Rechenbeispiel der Firma Trend Micro.

Fake News zu erstellen, ist übrigens nicht schwierig.

"Der Content ist sehr einfach zu produzieren. Das ist kein großer Aufwand. Eigentlich kann das Lieschen Müller machen."

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass je nach Anbieter zwischen 500.000 und 2.000.000 Menschen aktiviert werden können, die Fake News erstellen oder zumindest damit verknüpfte Aufgaben übernehmen, wie zum Beispiel teilen, liken und kommentieren von Posts.

Beispiel: Für einen Kommentar zu einem Youtube-Video bekommt ein Fake-News-Aktivist etwa zwei Cent.

Häufig seien nicht direkt staatliche Stellen beteiligt, so die Studie - die etwa ein politisches Interesse verfolgen. Vielmehr habe sich eine florierende Untergrundwirtschaft gebildet. Es geht also vor allem darum, Geld zu verdienen.

"In Russland ist das die SEO- und Contentmarketingbranche, die mit Fake News ein weiteres Standbein gefunden hat."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova