Während sich die Politik weiter darüber streitet, wie die Flüchtlinge gerecht verteilt werden sollen, sahnen einige Firmen kräftig ab. Für sie ist der Flüchtlingsstrom vor allem eins: ein Geschäft.

Die kommunalen Unterkünfte platzen aus allen Nähten. Viele Städte wissen kaum noch, wie sie die vielen Asylsuchenden derzeit unterbringen sollen. Knapp 220.000 Flüchtlinge sind im Oktober in Europa angekommen. Das sind so viele Menschen wie im ganzen letzten Jahr zuvor. Gut ist das für einige Branchen, die an dem Flüchtlingsstrom nach Deutschland mitverdienen.

Der Staat ist ein guter Gast

Bauunternehmen, Makler oder auch Privatpersonen, die ihre Wohnungen vermieten, können mit den Kommunen gute Geschäfte machen. In Rheinland-Pfalz etwa wurden Holzhäuser für Flüchtlinge gebaut - den Auftrag ausgeführt hat eine lokale Holzbau-Firma. Weil Container knapp sind, werden Flüchtlinge auch in Hotels untergebracht - und der Staat ist ein guter Gast, der pünktlich zahlt.

Manche Firmen oder Privatleute nutzen die Notsituation der Kommunen auch aus: Indem sie zum Beispiel mehr Geld als üblich für ihre Wohnungen verlangen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat in Berlin vor zwei Jahren drei Makler bezahlt, die geeigneten Unterkünfte für Flüchtlinge finden sollten. 185.000 Euro hat das die Stadt Berlin gekostet.

Und auch die Möbelindustrie freut sich, weil viele Wohnungen neu errichtet und für die Flüchtlinge eingerichtet werden müssen.

"Die deutsche Möbelindustrie erwartet einen höheren Umsatz bei Betten, Sofas oder Küchenmöbeln. Das liegt daran, dass viele Flüchtlinge von Erstaufnahmeeinrichtungen in neue oder renovierte Unterkünfte ziehen."
DRadio-Wissen-Autor Frederik Rother über das Geschäft mit den Flüchtlingen

Schon in diesem Jahr ist der Matratzen-Handel besonders gut gelaufen: Die Verkaufszahlen sind um 22 Prozent gestiegen. Und noch eine Branche ist zur Zeit gut im Geschäft: Wachfirmen, die von den Kommunen gebraucht werden, um die Flüchtlingsheime zu bewachen.

Allerdings nutzen einige Firmen oder auch Privatleute die Notsituation der Kommunen aus, um mehr Geld als üblich zu verlangen.

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