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Seegurken sind stachlige, wurstähnliche Tiere und leben auf dem Meeresboden. Klingt erst mal nicht außergewöhnlich. Aber sie sind so viel wert, dass mittlerweile sogar die japanische Mafia Geschäfte mit ihnen macht.

Der erste Blick auf eine Seegurke offenbart noch nicht, warum sie so begehrt ist. Ihre Größe reicht von zwei Millimetern bis zu zwei Metern bei einem Farbspektrum von Pink bis Schwarz. Sie gehört zusammen mit den Seesternen und Seeigeln zu den sogenannten Stachelhäutern und kann sowohl in der Tiefsee als auch in seichten Gewässern leben. Ihre Fortbewegung ist sehr langsam. Trotz Hunderter, mit Saugnäpfen behafteter Füße, kommt sie langsamer vorwärts, als eine Weinbergschnecke.

Die inneren Werte zählen

Besonders begehrt ist die Seegurke im asiatischen Raum. In der traditionellen chinesischen Medizin werden Seegurken gegen Bronchitis, Gelenkschmerzen und Arthritis eingesetzt. Sie gelten außerdem als Aphrodisiakum. Diese Assoziation ist nicht nur in Asien verbreitet. Im italienischen Sprachraum heißt die Seegurke "cazzo di mare" also: "Meerespenis".

Ihre Zubereitung ist sehr speziell: Sie werden in getrockneter Form gekauft. Dann für ein paar Tage in Milch eingelegt und gekocht. Anschließend wird ihnen die Haut abgezogen. Sie können frittiert, gesalzen, geräuchert, als Pulver oder in der Suppe gegessen werden.

Ein Kilo Seegurken kostet rund 3000 Euro

Mittlerweile ist die Seegurke aber nicht mehr so leicht zu bekommen. Die Küstenregionen vieler asiatischer Länder wurden völlig überfischt. Einige Staaten ziehen daher Konsequenzen. Indien hat den Seegurkenfang beispielsweise komplett verboten. Sri Lanka erlaubt ihn nur mit Fanglizenzen, die es für die eigene Bevölkerung gibt. Das wirkt sich auch auf den Preis aus. Kostete ein Kilo Seegurken in den 80er-Jahren noch umgerechnet rund 60 Euro, muss man mittlerweile gut 3000 Euro dafür bezahlen.

"Nach Expertenmeinung lässt sich mit dem illegalen Seegurkenhandel fast so viel Gewinn erwirtschaften wie mit Drogen."
Mario Ludwig, Biologe

Diese Geldquelle hat auch das organisierte Verbrechen für sich entdeckt. Die Yakuza Clans, also die japanische Mafia, fischt mittlerweile illegal Seegurken, um sie vor allem in Hongkong zu verkaufen. Nach Expertenmeinung lässt sich mit dem illegalen Seegurkenhandel fast so viel Gewinn erwirtschaften wie mit Drogen. Ähnlich hoch fallen auch die Strafen dafür aus. 2017 musste der Chef der größten Yakuza-Organisation "Yamaguchi-gumi" eine Strafe von 776.000 Euro zahlen, weil er mit 60 Tonnen Seegurken im Wert von 1,5 Millionen Euro erwischt wurde.

"Das Ganze ist leider eine echte Katastrophe für das Meer als Ökosystem."
Mario Ludwig, Biologe

Die Jagd nach Seegurken ist laut Mario Ludwig vor allem für das Ökosystem des Meeres problematisch. Die Seegurken funktionieren im Meeresboden nämlich so wie Regenwürmer im Waldboden. Sie düngen das Meer durch ihre Ausscheidungen mit Nährstoffen. So geben sie Kalzium, Stickstoff oder Ammoniak an ihre Umgebung zurück. Ohne sie gäbe es einen wichtigen Nährstofflieferanten weniger im Meer.