Vera hat online einen Text veröffentlicht, der so geändert wurde, dass sie sich damit nicht mehr identifizieren kann. Von Maria sind Bilder online, als sie noch Tanzmariechen war. Heute engagiert sie sich für Frauenrechte. Beide wollen die Jugendsünden nicht mehr im Netz haben.

Von Vera war jahrelang ein Text im Netz, der ihr peinlich war. Sie hatte ihn so auch gar nicht geschrieben, die Redakteurin hat kräftig daran rumgewerkelt. Doch Vera stand da als Autorin, und jeder Leser musste denken, der Text stammt von ihr.

Auch von Maria war etwas online, das ihr später peinlich war. Mit 16 war sie bei den Tanzmariechen im Karneval aktiv, heute engagiert sie sich für Frauenrechte. Das passt nicht zusammen - das Foto sollte weg. Maria schrieb dem Seitenbetreiber und beantragte die Löschung.

Mit neuen Inhalten das Alte vergessen machen

Christian Scherg ist Online-Reputation-Manager - also spezialisiert auf Fälle wie die von Vera und Maria. Er weiß Rat, wenn im Netz der eigene Ruf beschädigt wird, wodurch auch immer. Vera und Maria würde er raten: Den Inhalt gar nicht versuchen zu löschen, sondern mit anderen Inhalten überdecken beziehungsweise eine sinnvolle Verbindung herstellen.

Vera könnte zum Beispiel andere, für sie positiv wirkende Artikel veröffentlichen und diese miteinander vernetzen, sodass sie in Suchmaschinen gut gelistet werden.

Maria könnte ihre Lebensgeschichte erzählen: Das Tanzmariechen als Ausgangspunkt einer kritischen Auseinandersetzung mit Geschlechterstereotypen.