Der Nebeltrinker-Käfer ist optimal an die Trockenheit in der Namibwüste angepasst: Seinen Flüssigkeitsbedarf deckt er aus dem Nebel.

Die Namibwüste liegt im südwestlichen Afrika - ein lebensfeindlicher Ort, in dem es im Schnitt gerade einmal pro Jahr regnet. Ein kleiner Käfer trotzt der Trockenheit und hat sich optimal an diesen Lebensraum angepasst. Der Onymacris unguicularis ist zwei Zentimeter groß und ein sogenannter flügelloser Schwarzkäfer. Bei der indigenen Bevölkerung wird er auch "Kopfstandkäfer" oder "Nebeltrinker" genannt. Die meiste Zeit lebt er eingegraben im Sand, um sich vor der glühenden Hitze zu schützen. Vor zu großer Verdunstung schützt er sich außerdem mit einem besonders geschlossenen Panzer. Der Panzer kann über Mikroporen Wachsfäden absondern, die den Panzer mit einer Schicht einhüllen, um die Verdunstung noch weiter zu reduzieren.

Vorteil für Frühaufsteher

In der Morgendämmerung klettert der Käfer auf den Kamm der Sanddünen und macht dort eine Art Kopfstand. Der Morgennebel kondensiert an dem relativ kühlen Körper. Die gewonnen Tröpfchen rinnen dann entlang des Körpers zum Mund. Damit kann der Käfer bis zu 34 Prozent seines Körpergewichts an Flüssigkeit sammeln und aufnehmen.