Die Modemarke Tommy Hilfiger verpasst seinen Klamotten Tracking-Chips. Damit kann das Unternehmen auswerten, wie die Kunden die Kleidung tragen.

Die Wearables erfassen, wann, wo und wie lange Konsumenten die Klamotten angezogen haben. Die Modemarke Tommy Hilfiger hat eine ganze Kollektion mit dieser Datenerfassung ausgestattet. 

"Nie zuvor war eine Marke dazu in der Lage, wirklich zu erfahren, wie die Konsumenten ihr Produkt nach Verlassen des Ladens nutzen."
Liron Slonimsky, CEO Tommy Hilfiger

Eingebaut in die Kleidung sind "Smart Tags", die von dem israelischen Unternehmen Awear Solutions für Tommy Hilfiger hergestellt wurden. Diese Chips verbinden sich via Bluetooth mit einer speziellen Handy-App, die die Kunden zuvor herunterladen. In der App wird dann erfasst, wo und wie lange die Kunden ein bestimmtes Kleidungsstück getragen haben. Dafür belohnt Hilfiger sie mit Punkten, die sie sammeln können.

Ungeahnte Marketingmöglichkeiten dank smarter Kleidung

Die Kunden können dann die Gutscheine für neue Klamotten, Give-aways oder Konzerttickets einsetzen. Mit dieser Aktion versucht das Unternehmen "Markenbotschafter" heranzuziehen – Kunden, die möglichst häufig die Klamotten des Labels tragen und das am besten noch bei öffentlichen Events. 

Punktesammeln wie bei Pokémon

Tatsächlich gibt es extra Punkte, sobald die Kunden bestimmte Orte aufsuchen wie eine Tommy-Hilfiger-Filiale. Die Marketingmöglichkeiten, die sich dadurch für die Firma ergeben sind endlos, sagt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin Martina Schulte. Hilfiger könnte die Kunden beispielsweise dazu animieren, bestimmte Clubs oder Events zu besuchen.

"Diese ganze Kollektion ist ein einziger Datenschutz-Gau."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Zwar verspricht das Unternehmen, dass die Daten alle verschlüsselt übertragen werden. Kunden, die die Tracking-Funktion nicht mehr haben wollen, können sie auch abbestellen. "Trotzdem ist die smarte Kollektion ein einziger Datenschutz-Gau", sagt Martina. TechCrunch-Reporterin Sarah Perez bezeichnet die Kollektion als lächerlich. 

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Der Standard aus Österreich titelt: "Gruselige Kleidung von Tommy Hilfiger trackt, wie oft sie getragen wird". Martina glaubt, dass am Ende nur Hardcore-Fans Lust auf die smarte Kollektion haben. Zu kaufen gibt es sie sowieso nur in den USA, in Europa wird die EU-Datenschutzgrundverordnung verhindern, dass sie auf den Markt kommt.

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