Das Peace-Zeichen ist eine beliebte Geste auf Fotos. Doch Vorsicht: Hacker könnten das Foto zum Beispiel benutzen, um an deinen Fingerabdruck zu kommen. Das klappt selbst, wenn das Foto aus drei Metern Entfernung gemacht wurde.

Ein Foto benutzen, um an einen Fingerabdruck zu kommen – das hat ein Forscher vom Japanischen Institut für Informatik schon 2017 versucht und geschafft. Mit einer guten Digitalkamera, wie sie im Handel erhältlich ist, klappt das sogar, wenn das Foto aus drei Metern Entfernung geschossen wird. Den Fingerabdruck, den der Forscher gewinnen konnte, war zu fast 100 Prozent identisch mit dem Original.

"Mit einer guten Digitalkamera, wie man sie überall kaufen kann, hat das sogar geklappt, wenn das Foto aus drei Metern Entfernung gemacht wurde."
Carolin Bredendiek, Deutschlandfunk Nova

Auch Mitglieder des Chaos Computer Clubs haben solche Fingerabdruck-Aktionen schon gemacht. Bereits 2014 hat der Informatiker und Hacker Starbug ein Bild der damaligen Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen benutzt.

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Das Bild hatte ein Fotograf bei der Bundespressekonferenz gemacht. Und Starbug hat es geschafft, daraus den Fingerabdruck von ihrem Daumen zu ziehen.

Hacker können unser Smartphone knacken

Mit dem digitalen Fingerabdruck können Hacker eine Attrappe bauen, um zum Beispiel Sensoren austricksen. Theoretisch könnten sie so Handys entsperren, oder auch sonst freischalten, was mit einem Fingerabdrucksensor gesichert ist – zum Beispiel Türen von Sicherheitsbereichen.

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Das sei aber noch nicht alles, sagt Starbug. Im schlimmsten Fall könnten Kriminelle einer Person sogar ein Verbrechen anhängen, indem sie einen geklauten Fingerabdruck am Tatort hinterlassen.

"Man könnte auch versuchen, der Person, der man den Fingerabdruck geklaut hat, eine Straftat unterzuschieben, indem man den Fingerabdruck am Tatort hinterlässt."
Starbug, Informatiker und Hacker

Bei der Recherche zum Thema ist unsere Reporterin Carolin Bredendiek aber auf keinen Fall gestoßen, bei dem ein geklauter Fingerabdruck für eine Straftat benutzt worden wäre. Das sei wenig überraschend, sagt Jürgen Schmidt, IT-Sicherheitsexperte beim Tech-Magazin Heise Online. Kriminelle würden das natürlich nicht erzählen, sagt er. Deswegen gebe es nur Vermutungen, wie und in welchem Umfang die Technik Anwendung finde.

FBI soll Soziale Netzwerke scannen

Laut eines Forbes-Berichts soll auch das FBI die Technik nutzen, um Fingerabdrücke aus Fotos auszulesen. Die US-Sicherheitsbehörde soll viel Geld in eine Software investiert haben, mit der Fotos bei Instagram, Facebook und Co. auf Fingerabdrücke gescannt werden sollen. Das Ziel sei, eine riesige Datenbank anzulegen. Laut Forbes sei dabei allerdings die Vorgabe, das nur bei Verdächtigen zu machen.