Lidl-Kunden in Berlin und Brandenburg können bald personalisierte Rabatte nutzen – mit der Lidl-App. Die App gibt digitale Rabatt-Coupons und erhebt Daten. Ein Handel, der nicht für jede Person Sinn ergibt.

In anderen europäischen Ländern gibt es sie schon, nun ist auch Deutschland dran: die Lidl-App. Die Testphase läuft gerade in 250 Filialen in Berlin und Brandenburg an, ab 2020 sollen Kundinnen und Kunden die App in ganz Deutschland nutzen können.

Der Vorteil: personalisierte Rabatte. Wenn wir also oft vom Bio-Label des Discounters kaufen und die App nutzen, ist es wahrscheinlich, dass uns ein entsprechender individualisierter Rabatt auf unser Smartphone gespielt wird. In der Pressemitteilung von Lidl heißt es, dass Kunden bares Geld mit der App sparen würden.

Coupons an sich sind nichts Neues. Neu ist vielmehr, dass sehr spezifische Angebote für einzelne Personen angeboten werden sollen.

Kunden kennenlernen, um Geld zu machen

Die App sei der Versuch, die Kundschaft neu kennenzulernen, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur bei der Zeitschrift "Finanztip". Eine von dem digitalen Fortschritt angestoßene Rückbesinnung also. Denn heute kennen Lebensmittelhändler in der Regel ihre Kundinnen und Kunden nicht mehr persönlich.

Hermann-Josef Tenhagen sagt aber auch, dass Kunden am Ende durch die App mehr Geld ausgeben sollen. Das sei das Ziel von Lidl.

"Das ist auf jeden Fall das Ziel von Lidl, dass man da mehr Geld ausgibt."
Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip-Chefredakteur

Nicht jeder Rabatt ist ein guter Rabatt

Wer sich überlegt, Produkte wie dieses zu nutzen, sollte also zwei Punkte bedenken. Punkt eins: der Datenschutz. Wollen wir unsere Daten einem Anbieter übermitteln, ohne genau zu wissen, was mit ihnen geschieht? Und selbst wenn das in den AGBs erklärt wird - erfahrungsgemäß lesen sie die wenigsten.

"Wenn der Laden 100 Euro nehmen will und man macht es fünf Prozent billiger, dann sind das 95 Euro. Der Nachbarladen hätte aber das gleiche aber für 80 Euro angeboten, dann hätte ich nichts gewonnen mit dem Fünf-Prozent-Rabatt."
Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip-Chefredakteur

Punkt zwei: Lohnt sich der Austausch "Daten gegen Rabatt"? Oder ist das Augenwischerei? Oft bedeutet ein Rabatt nicht, dass dieses Produkt am Ende billiger ist - denn vielleicht gibt es andere Geschäfte mit besseren Angeboten.