Unser Surfverhalten im Netz ist total individuell - und das ist ein Problem. Denn wer eins und eins zusammenzählt, kann uns auch aus einem scheinbar anonymen Datensatz herausfiltern. Keine gute Nachricht für alle. die gerne mit Kreditkarte im Netz einkaufen.

"Privacy in a Data-Driven World" - das Fachblatt "Science" veröffentlicht gerade einen dicken Schwerpunkt. Unter anderem geht es um Big Data, also um die massenhafte Auswertung von Daten. Oft ist zu hören, alles sei sicher, weil die Daten anonymisiert würden. Die Autoren von Science kommen aber zu einem anderen Schluss.

Dafür haben sie sich Kreditkartendaten genauer angesehen. Ein Problem in diesem Fall: frei verschlüsselbare Zusatzinformationen, mit deren Hilfe die Daten wieder aufgeschlüsselt werden können. Die Daten sind nämlich eigentlich nicht anonymisiert, sondern nur mit einem Pseudonym versehen worden. Jetzt stellt sich heraus: Ein scheinbar anonymer Nutzer hat bei Amazon einen Kauf oder bei Netflix einen Film bewertet. Informationen, die genau auf Daten in der scheinbar anonymen Datenmenge passen.

Schon vier externe Informationen reichen aus

Die Wissenschaftler haben festgestellt: Schon vier externe Informationen reichen aus, um den anonymisierten Datensatz mit 90-prozentiger Trefferquote wieder auf einzelne User zurückzuführen. Der Grund dafür: Unser Verhalten als Kreditkartenkunde oder als Googlesucher ist viel spezifischer als viele von uns glauben. Wenn dann noch ein paar Metadaten vorliegen, sind wir also genau zu identifizieren.

Das Fazit des Science-Artikels: Die geltenden Datenschutzrichtlinien in den USA aber auch in Europa reichen nicht aus.