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Eine Welt ohne Tinder, Bumble und Co. hätte Dating gerade in Pandemiezeiten fast unmöglich gemacht. Wieso uns Onlinedating dennoch oft nicht guttut und was wir dagegen tun können, verrät eine Psychologin in der Ab 21.

Onlinedating ist einfach bequem - gerade momentan, sagt Natalie im Ab 21 Podcast. Man sehe auf den ersten Blick, ob jemand vom Sternzeichen her zu einem passt, ob die Person geimpft ist oder Ähnliches. Natalie ist aktuell bei Tinder und Bumble angemeldet. Dort müssen die Frauen den ersten Schritt machen und nur sie können als erstes schreiben.

Allerdings seien letztlich in beiden Apps einfach oft die gleichen Männer, sagt Natalie. Weil oft inhaltsleere Gespräche nicht einmal zu einem Treffen führen, landen die Apps früher oder später bei Natalie dann doch immer wieder im Papierkorb.

Achtsamer daten

Tinder Fatigue - so wird dieser gewisse Erschöpfungszustand beim Tindern oder Onlinedaten generell genannt, der sich auch in Erhebungen und Analysen zeigt. Johanna Degen ist Psychologin und forscht zum Thema Onlinedating. Sie sagt, dass Apps wie Tinder die Leute oft sogar belasten können.

"Es ist ein Belastungszustand, der einen müde und pessimistisch zurücklässt."
Psychologin Johanna Degen über die Schattenseite des Onlinedatings

Das liege daran, dass man sich oft unterbewusst als Produkt erlebe und sich dadurch austauschbar fühle. Mobile Dating-Apps seien so erfolgreich, weil sie schlichtweg die Antwort auf ein Problem sind: Zeit ist eine knappe Ressource. Beim Online-Dating riskiere man nichts, sei in einem sicheren Raum und könne selektieren.

Johanna Degen sagt, die Popularität insgesamt von Apps nehme zwar nicht ab, viele nutzten sie aber mittlerweile anders. Einen Gang zurückzuschalten und achtsamer zu daten könne da eher helfen: nicht immer gleich weiterswipen und zwischen den Dates auch mal etwas Abstand lassen.

"Langsames daten, sich nicht sofort treffen, sondern investieren - und dadurch steigt die Spannungskurve."
Johanna Degen mit einem Tipp
  • Beziehungen, die aus Onlinedates entstehen, sind nicht schlechter als jene, die aus dem "echten" Leben entstanden sind. Das sagt eine Studie der Soziologin Gina Potarca von der Universität Genf, in der sie über 3245 Schweizer*innen in Beziehungen befragt hat. Die Web-Beziehungen ließen im Vergleich zu Analog-Begegnungen keine Ernsthaftigkeit missen und auch die Zufriedenheit in den Beziehungen erschien nicht wesentlich anders.
  • Für die Studie eines US-amerikanischen Onlineshops wurden die Profile von 2.076 Tinder-User*innen darauf untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen ihren Fotos und der Anzahl der Matches gibt. Ein Foto, auf dem auch ein Hund zu sehen ist, steigert demnach die Chancen auf ein Like um über 70 Prozent.
  • Beim Online-Dating schauen die meisten Menschen nach Partnern, die attraktiver sind als sie selbst. Die Mehrheit suche Menschen, die "außerhalb ihrer Liga spielen", wie es US-Forscher im Fachblatt "Science Advances" nennen. Männer und Frauen, so die Bilanz der Studie, schreiben bei der Online-Partnersuche Menschen an, die im Durchschnitt um 25 Prozent attraktiver sind als sie selbst.

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