Cola, Eistee, Säfte mit massig viel Zucker - Henrik Jessen war in Kolumbien immer sehr durstig, fand aber nicht das passende Getränk. Drum produziert er jetzt mit seinem Bruder eine Alternative.

Eigentlich ist Kolumbien das perfekte Land für leckeres Obst: Bananen, Melonen, Ananas, Kokosnuss, Mangos, Maracuyas und viele weitere exotische und vor allem frische Früchte. Trotzdem trinken die Kolumbianer wenig Gesundes. Sie kühlen sich die Kehlen mit Cola, mit Limonaden und mit Säften - ergänzt mit viel, viel Zucker, versteht sich.

D'Cada ist eine Bio-Alternative in Flaschen

Henrik Jessen und sein Bruder Konstantin wollen das ändern: Sie haben ihr Getränke-Start-up in der kolumbianischen Stadt Medellín gegründet und produzieren Bio-Säfte aus der reichhaltigen Obstkammer des Landes. D'Cada nennen sie ihre Säfte und die sind vor allem Bio-zertifiziert. "Wir haben zwei Jahre gebraucht, den Saft auf den Markt zu bringen", sagt Henrik. So lange hatte es gedauert, die passenden Bio-Bauern zu finden.

"Wir sind das einzige Start-up in Kolumbien, das seine leeren Flaschen wieder einsammelt. Normalerweise landen Glasflaschen im Hausmüll."
Konstantin Jessen

Die Idee für Bio-Säfte im Land der leckeren Früchte hatte Konstantin bei seinem Austauschstudium. "Ich bin jeden Tag in die Läden gegangen, und ich wusste einfach nicht, was ich trinken sollte", berichtet er. Es gab überhaupt keine Alternativen zu den großen Cola-Marken. "Jetzt gibt es die D'Cada zur Auswahl - und dann kommt erstmal sehr lange nichts."

Mitgründer Konstantin Jessen bei einer D’Cada-Verkostung auf dem "Grünen Markt" in Medellín.
© D'Cada
Konstantin Jessen bietet mit seinem Bruder Henrik D’Cada in Kolumbien an.

Inzwischen sind Henrik und Konstantin in Kolumbien als "die Saftbrüder" bekannt. Ihre Getränke gibt es nun in einigen Supermärkten, Restaurants, Bars und Cafés zu kaufen, auch in Hostels läuft D'Cada ziemlich gut. Doch der Markt ist hart: Die Getränkeriesen haben es sich in ihrem Monopol gemütlich gemacht. Konstantin und Henrik hingegen haben Pläne: Als nächstes wollen sie expandieren und sich in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá breit machen.