Der Silicon-Valley-Milliardär Peter Thiel will sich verjüngen, indem er sich das Blut jüngerer Menschen spritzen lässt. Da bekommt der Begriff "blutjung" doch gleich eine neue Bedeutung… Gibt es tatsächlich eine Art "Jugendelixier" im Blut junger Menschen?

Okay, der Traum ewiger Schönheit und Jugend ist nicht mehr ganz neu – aber heute gibt es Mittel und Wege, die ihn immer realistischer erscheinen lassen. Und dafür nehmen wir Menschen einiges in Kauf:

  • mimikfreie Botox-Gesichter
  • Schönheits-OPs
  • Superfood essen

Aber hilft das alles wirklich?

Der Silicon-Valley-Milliardär Peter Thiel, er ist unter anderem Mitbegründer von Paypal, probiert jetzt einen neuen Weg aus – und der ist ziemlich blutig: Er will an einer Studie teilnehmen, bei der älteren Probanden (ab 35 Jahren) das Blut junger Probanden (16-25 Jahre) gespritzt wird. Thiels Gesundheitsberater hat laut der Website inc.com eine Firma namens Ambrosia kontaktiert, die diese Studie plant.

"Thiel kämpft schon länger aktiv gegen Alterung und Tod, unter anderem mit Diäten und Wachstumshormonen."
Anne-Katrin Eutin, DRadio Wissen

Der Gründer der Firma Ambrosia ist der Stanford-Absolvent Jesse Karmazin, er ist 31 Jahre alt und sucht zur Zeit 600 Teilnehmer. Bisher stehen nur drei fest. Ob Thiel wirklich einer davon ist, weiß man noch nicht. Die Teilnahmekosten von 8000 US-Dollar sind aber wohl eher nicht das Problem.

"1,5 Liter Jungblut soll den Probanden über zwei Tage gespritzt werden."
Anne-Katrin Eutin

Zum Vergleich: Wenn man Blut spenden geht, sind das in der Regel 500 ml.

Erfolgreiche Studie an Mäusen

Schon in den 50er Jahren gab es Tierversuche zur Alterung, bei denen alte und junge Mäuse zusammengenäht wurden und einen Blutkreislauf teilten. Das nennt sich Parabiose, in Deutschland ist das seit 1987 aus Tierschutzgründen verboten. Anfang der 2000er gab es dann Tests in Stanford – mit dem Ergebnis: Die Muskel-, Leber- und Stammzellen regenerierten.

"Ob es aber tatsächlich eine Art „Jugendelixier“ im Blut junger Menschen gibt, weiß man noch gar nicht."
Anne-Katrin Eutin

Bei den alten Mäusen haben die Wissenschaftler zwar beobachtet, dass ihre Zellen sich regenerierten und sie bei Gedächtnistests besser abschnitten – die Gründe dafür können sie aber nur vermuten. Cornelius Knabbe, der Leiter des Instituts für Laboratoriums- und Infusionsmedizin an der Ruhr-Universität Bochum, findet diese Verjüngungsstudie mit menschlichen Probanden viel zu früh.

"Bis auf einige wenige Hinweise wissen wir eigentlich gar nicht, welche Faktoren im Blut von jungen Leuten vorhanden sind, die genau das auslösen. Eine klinische Erprobung mit gesunden Probanden ist wenig nachvollziehbar."
Cornelius Knabbe, Leiter des Instituts für Laboratoriums- und Infusionsmedizin der Ruhr-Universität Bochum

Die Forscher meinten zwar mal, ein bestimmtes Protein entdeckt zu haben, das für die Zellregeneration verantwortlich sein soll, aber das wurde in anderen Studien dann doch widerlegt.

Ein gewisser Schauder…

Eine Bluttransfusion hat etwas Mythisches: Man denkt an Vampire, durch deren Biss Menschen sterben müssen. Das ist bei aktuellen Studien natürlich nicht der Fall, sie nutzen normale Blutkonserven. Daher gibt es bei der Behandlung per se jetzt keine größeren Gefahren als bei jeder gewöhnlichen Transfusion. Trotzdem…

"Es geht darum, einen physiologischen Prozess wieder umzudrehen. Darüber muss man auch ethisch diskutieren."
Cornelius Knabbe