Die Deutsche Bank steckt in der Krise - ihre Zahlungsunfähigkeit wäre ein Desaster. Doch wie konnte das Geldhaus so tief stürzen?

Die Zukunft der Deutschen Bank ist nach wie vor ungewiss, zu diesem Schluss kommt der Journalist Dirk Laabs. Er hat für ZDF Zoom die Doku "Inside Deutsche Bank - Gigant ohne Zukunft", die in der Mediathek zu sehen ist.

Laut Internationalem Währungsfonds ist die Deutsche Bank die am stärksten vernetzte Bank der Welt. Rund 70 Prozent ihrer Geschäfte macht sie um Ausland, sagt Laabs.

Doch im Herbst 2016 steckte das Geldinstitut in seiner tiefsten Krise. Ihre Zahlungsunfähigkeit wäre ein Desaster für die Finanzmärkte.

"Wenn die Deutsche Bank zahlungsunfähig werden würde, würde die Weltwirtschaft zumindest teilweise zusammenbrechen. Die Kosten für Deutschland wären völlig unabsehbar."
Journalist Dirk Laabs

Jahrelang habe man das Falsche gemacht, sagt Laabs. "Es ging allein um Geld und Umsatz." Jetzt denke man in Frankfurt über die Konsequenzen und Veränderung nach.

70 Prozent Personalwechsel auf Führungsebene

Erste Zeichen sind eine neue Führung und ein Personalwandel. 70 Prozent der Personen in der Führungsebene wurden entlassen oder auf andere Posten gesetzt, sagt Laab. Auch habe das Geldhaus mehr Geld in die eigene Aufsicht investiert.

Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Kultur tatsächlich zu ändern, muss man abwarten. Auch ist noch unklar, ob die Reformen rechtzeitig kommen.

"Die Versuche etwas zu ändern, sind sehr ehrlich gemeint. Die Frage ist, ob die Deutsche Bank noch ihr Schicksal in ihre eigenen Hände bekommt."
Journalist Dirk Laabs

Jetzt brauche die Bank erst einmal ein bis zwei Jahre Zeit, sagt Laabs. Zeit für die Umstrukturierung - und auch der neue Vorstand brauche Zeit. Dann könne sich alles zum Guten wenden.

Es braucht mehr Aufsicht - global

Zugleich bleibt die Frage, wie und ob man solch eine komplexe Bank kontrollieren und beaufsichtigen kann. Denn immerhin: Wenn die Deutsche Bank strauchelt, dann müsste die deutsche Regierung eingreifen.

Bis heute sind die Sünden der Finanzkrise noch nicht aufgearbeitet, sagt Laabs. "Es sind viel zu wenig Banker persönlich haftbar gemacht worden."