Der Deutsche Computerspielpreis 2016 ist verliehen worden. Wer die Gewinner sind und was wir unbedingt spielen müssen, erzählt uns Thomas Ruscher.

Computerspiele Made In Germany haben es häufig nicht so leicht auf dem Gamermarkt. Am weltweiten Gesamtmarkt spielen sie kaum eine Rolle, und im Vergleich zu anderen Ländern fällt es Entwicklern und Studios schwer, Investoren für richtig dicke und aufwendige Produktionen zu finden. Das heißt aber nicht, dass hier keine richtig guten Computerspiele entstehen. Die Besten wurden jetzt in München mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet.

Das beste Spiel aus Deutschland: Anno 2205

Das Spiel schreibt das Jahr 2205. Die Energie und die Ressourcen sind nahezu ausgebeutet. Jetzt geht es darum, auf dem Mond seine eigene Kolonie aufzubauen, die Siedlung zu managen und Ressourcen zu verwalten. Diese Aufbausimulation ist ein sehr ruhiges Spiel und auch ein sehr typisch deutsches. Die Anno-Spiele gibt es schon seit 18 Jahren, und auch wenn der Preis kaum eine Überraschung ist, so ist er doch verdient.

Ein Jump 'n' Run überrascht

Insgesamt wurden Preise in über 14 Kategorien verliehen. Den Preis für die beste Inszenierung ging an "Typoman", ein sehr cleveres Jump’n’Run-Game. Hier muss der Spieler mit seiner Figur Wörter aus verschiedenen Buchstaben zusammensetzen, um durch die Level zu kommen. So eine Idee gab es vorher noch nicht, sagt Thomas Ruscher.

Der Preis für die beste Innovation wurde an ein Spiel vergeben, das noch gar nicht fertig ist. "The Climb" wird derzeit für Virtual Reality programmiert. Der schwindelfreie Spieler setzt sich eine Brille auf und kann dann mit freier Rundumsicht einen Berg hochklettern.

"Wir haben 2,5 Jahre zu zweit daran gearbeitet, da war der Preis so ein Schulterklopfen, das wir einfach unglaublich nötig hatten zu der Zeit. Das hat uns unglaublich bestärkt und motiviert, überhaupt weiter zu machen als Entwicklerstudio."

Der Deutsche Computerspielpreis ist vor allem ein Förderpreis. Nicht nur das Geld können junge Entwickler gebrauchen, gerade für junge Entwickler ist so ein Preis auch ein riesiger Motivationsschub. Jana Reinhard von Rat King Entertainment, einem Zwei-Personen-Team aus Halle an der Saale, hat den Preis voriges Jahr für ihr Spiel "Tri" bekommen - der Preis macht es ihnen möglich, ihr Team für gut zwei Jahre auf sichere Beine zu stellen und ihr nächstes Computerspiel zu entwickeln.

Übrigens: Der Abräumer der Verleihung kommt nicht aus Deutschland. "The Witcher 3" ist das beste internationale Spiel und hat den Publikumspreis gewonnen - ein richtig dreckiges, hartes Rollenspiel. In Polen produziert.

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