Krieg ist nicht die richtige Antwort auf die Terroranschläge von Paris und Brüssel. Diese Auffassung vertritt der Bonner Philosoph Martin Booms. Er kritisiert die Verengung der politischen wie gesellschaftlichen Diskussion auf die schlichte Perspektive "Krieg gegen den Terror".

Im zweiten Teil des Vortrages unter dem Titel "Gibt es den gerechten Krieg?" (erster Teil im Hörsaal am 26.3.2016) fokussiert der Geschäftsführende Direktor der Bonner "Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kultur" Martin Booms Kriterien, die einen Krieg rechtfertigen könnten. Dabei bezieht er sich auf einen ganzen Katalog an Fragestellungen, die allesamt abzuarbeiten seien.

Im Mittelpunkt stehe dabei die UN, die internationale Staatengemeinschaft, die legitimiert sei, einen Krieg zu rechtfertigen. Allerdings dürfe kein einziges Kriterium mit "Nein" beantwortet werden, da Krieg sonst nicht vertretbar sei. Unter anderem sei zu prüfen, welche ethischen Maßstäbe an die Art der militärischen Auseinandersetzung anzulegen seien.

"Krieg gegen den Terror verwirklicht am Ende die Intention derjenigen, die für den Anschlag verantwortlich sind und bringt damit die Logik des Terrors überhaupt erst zur Entfaltung."
Martin Booms, Philosoph

Während Booms dennoch am Ende die Frage verneint, ob es einen gerechten Krieg geben kann, beantwortet sie der ehemalige General der Bundeswehr, Egon Ramms mit "Ja". Ramms war fast vier Jahre lang zuständig für den Einsatz in Afghanistan. Im Gespräch mit Burkhard Birke bezieht sich Ramms dabei ebenfalls auf die Vereinten Nationen.

"Wenn man in die Charta reinschaut, dort sich das Kapitel 7 rausnimmt, dann gibt es sehr wohl gerechte Kriege. Das ist jedenfalls die Definition der Vereinten Nationen, die erlauben, wenn Bedrohungen entstehen, durch die Völkergemeinschaft zu intervenieren."
Egon Ramms, General a.D.

Ramms räumt ein, dass durchaus schwerwiegende Fehler entstehen könnten, selbst wenn sich demokratische Staaten aus angeblich guten Gründen für einen Krieg entscheiden. Der zweite Irak-Krieg und die angeblichen Erkenntnisse der USA seien ein Beispiel dafür.

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