Unsere Nationalflagge hat Geburtstag. Vor genau hundert Jahren, am 18. Februar 1919, wurde Schwarz-Rot-Gold in der Weimarer Nationalversammlung zu den deutschen Nationalfarben gewählt. Wir erklären, wie Farben zu Flaggen werden.

Zur Herkunft unserer schwarz-rot-goldenen Farbkombination gibt es unterschiedliche Legenden: Die meisten beziehen sich auf das 19. Jahrhundert. Schon Widerstandskämpfer gegen Napoleon sollen sie getragen haben, spätestens aber seit dem Hambacher Fest 1832 ist die schwarz-rot-goldene Flagge historisch belegt. Damals haben sich fast 30.000 Menschen auf dem Hambacher Schloss versammelt, um für ein einiges Deutschland zu protestieren.  

Als es dann 1848 zu einer Revolution in ganz Deutschland und zur Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche kam, geschah auch das unter schwarz-rot-goldenem Banner. Aus der Revolution entstand nach dem ersten Weltkrieg die Weimarer Republik und die Gründungsväter erinnerten sich an die Farben von 1848. Am 18. Februar 1919 wurde Schwarz-Rot-Gold offiziell zu den deutschen Nationalfarben gemacht. Seit 1949 sind es die der Bundesrepublik. 

International herrscht freie Flaggenwahl

Wenn ein Land sich eine neue Flagge zulegen will, stehen ihm grundsätzlich alle Farben und Formen frei zur Wahl. Grundsätzlich kann jedes Land machen, wonach ihm der Sinn steht, sagt der Flaggenexperte Friedrich Röhrer-Ertel von der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

"Es gilt die Regel, so lang sich niemand beschwert, kann man eine Flagge durchaus auswechseln. Das muss allerdings registriert werden, bei der UN und vor allen Dingen bei den Handelsorganisationen."
Friedrich Röhrer-Ertel, Flaggenexperte

Flaggenänderungen müssen international erfasst werden, denn zum Beispiel muss jeder anhand der Flaggen die Nationalität von Schiffen erkennen können. Oder bei Konferenzen müssen die richtigen Flaggen aufgezogen werden, damit Deutschland nicht die belgische Flagge zugeordnet bekommt. 

Frau und Mädchen mit nepalesischer Flagge
© imago | ZUMA press
Die nepalesische Flagge ist die einzige weltweit, die keine rechteckige Form hat.

Die meisten Staaten haben wie Deutschland ein Rechteck als Flagge. Grundsätzlich geht es aber auch anders: die Schweiz und der Vatikan haben ein Quadrat und die Nepalesen zum Beispiel haben sich für eine Wimpelflagge mit zwei Dreiecken untereinander entschieden. Eine runde Nationalflagge gibt es laut dem Experten Friedrich Röhrer-Ertel bislang nicht. 

Flaggen können auch geändert werden

Die Kanadier haben ihre Nationalflagge in den 1960er Jahren geändert. Heute haben sie eine rot-weiß-rote Fahne mit einem Ahorn-Blatt in der Mitte. Vorher prangte in der oberen linke Ecke der Union Jack, also die Fahne Großbritanniens. 

Die Neuseeländer haben den Union Jack immer noch auf ihrer Nationalflagge. Auch dort gab es schon öfter Versuche, die Flagge zu ändern. Zuletzt durften die Neuseeländer 2016 über einige neue Vorschläge abstimmen, aber sie gefielen offenbar nicht. Denn sie blieben bei ihrer alten Flagge. 

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