Lokale Begriffe verschwinden immer mehr. Sie werden von gängigen Begriffen verdrängt. Nur in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz verändern sich die Dialekte langsamer. Zu diesem Schluss kommen Sprachforschende.

Unsere Sprache verändert sich. Immer. Spannend ist aber zu schauen, wo verändert sie sich und wie? Drei Forscher der Uni Bern haben sich das einmal genauer angeschaut – und zwar anhand der Ergebnisse von Onlineumfragen und Fragebögen seit den 1970er Jahren.

Sprache verändert sich in Österreich, der Schweiz und Bayern nicht so schnell

Erstes Ergebnis: Die Sprache verändert sich in Österreich, der Schweiz und in Bayern nicht so schnell. Laut der Forscher liegt das daran, dass dort Dialekte noch einen höheren Stellenwert haben.

Die Forscher sind aber noch mehr ins Detail gegangen und haben sich einzelne Worte genau angeschaut. Laut der Forscher verändern sich Begriffe für Gegenstände oder Tätigkeiten am meisten, die Grammatik verändere sich nicht so sehr.

"Pantoffel" oder "Frikadelle" – große regionale Unterschiede

Ein Beispiel ist das Wort für Schuhe, die wir zu Hause aber nicht draußen tragen. Dafür gibt es sehr viele Worte die regional sehr unterschiedlich sind. Am häufigsten verwendet wird "Pantoffel". Es gibt aber noch Schlappen oder Schluffen – in der Schweiz und in Österreich sagt man häufig Puschen, Patschen oder Finken.

Das Forscher-Team hat insgesamt 24 Begriffe untersucht. Zum Beispiel das Wort, das Menschen sagen, wenn sie von Freizeitfußball sprechen: bolzen, kicken, oder schutten? Oder was sagen die Leute zu einem Fleischbällchen: Frikadelle, Bulette, Klößchen oder Klops?

In dem Onlinetest, den die Forscher seit 2000 anbieten, werden 24 Begriffe abgefragt. Am Ende bekommen die Teilnehmenden eine Auswertung mit fünf vorgeschlagenen Städte oder Regionen, aus denen sie möglicherweise stammen. Das sei oft sehr zutreffend.

Wir wollen gerne von anderen verstanden werden

Insgesamt stellen die drei Forscher fest, dass viele lokale Ausdrücke zugunsten von regionalen verdrängt werden. Sie erklären sich das so, dass Menschen immer mobiler werden und fern des Herkunftsortes vermeintliches Hochdeutsch benutzen, um verstanden zu werden.