Es ist mal wieder so weit. Gerade noch zum ersten Mal ohne Jacke aus dem Haus, schon kippt das Wetter - und schuld sind mal wieder die Eisheiligen. Was ist da eigentlich los Mitte Mai?

Zurück geht der Begriff der Eisheiligen auf eine jahrhundertealte Bauernregel, die jedes Jahr wieder lehrt: Gerade dann, wenn jeder denkt, der Sommer ist da, wird es noch einmal richtig kalt. 2016 ist wieder so ein Jahr.

"Wetter hält sich natürlich überhaupt nicht an Kalender."
Jürgen Vollmer, Meteorologe

Grundsätzlich gilt natürlich: Dass es genau am 11. Mai wieder kälter wird, ist erst einmal Zufall, sagt der Meteorologe Jürgen Vollmer von Wetter Online. Trotzdem scheint irgendetwas dran zu sein an den Eisheiligen. Wobei die Sache hier kompliziert ist, weil uns im Mittelalter wegen der gregorianischen Kalenderreform rund zehn Tage verloren gegangen sind. Und bei dieser Umstellung achtete niemand auf die Eisheiligen und verlegte sie im Kalender nach hinten. Eigentlich war der Kälteeinbruch also erst ein paar Tage später zu erwarten.

Das kalte Meer ist schuld

Abseits von Bauernregeln und Kalenderreformen lässt sich aber tatsächlich beobachten, dass es Mitte Mai oft noch einmal kälter wird. Meteorologen sprechen von einer Wettersingularität, die völlig im Einklang mit dem Gang des Jahres steht. Weil im Frühjahr Meere wie die Nord- und Ostsee und der Nordatlantik am kältesten sind. Sie kommen mit dem Erwärmen nicht so schnell nach wie die Luftmassen. Wenn also der Wind auf Norden dreht, was im Frühjahr oft passiert, kommt die Luft sehr kalt bei uns an, weil sie unterwegs kaum Zeit hat, sich aufzuheizen. Im Herbst ist das völlig anders, dann sind die Meere warm.

In diesem Jahr heißt das: Ab Samstag gehen die Temperaturen runter. 10 bis 14 Grad mit häufigen Schauern und Gewittern. An den Pfingstfeiertagen kann es dann sogar Bodenfrost geben.