Sie ist die kleinste und die erste indigene Fluglinie der Welt. Zwei Propellermaschinen umfasst die Flotte von Sarayahu Air. Und damit sind Touris, aber vor allem auch die Bewohner von Sarayaku in Ecuador unterwegs. "Himmels-Gleiter im lebendigen Urwald" steht auf der Website.

Die Fluggesellschaft sieht sich in erster Linie als Sozialer Dienstleister: Wenn beispielsweise ein Krankentransport nötig ist, kommen die Patienten per Flieger in die Kleinstadt Pyuo. Aber auch Reissäcke, Baumaterial oder Treibstoff werden oft transportiert.

Wenn das Wetter es zulässt. Denn hier im Amazonas-Becken kann sich die Wettersituation schlagartig ändern und damit sehr risikoreich werden. Flugzeiten richten sich daher weniger nach der Uhr, sondern nach dem Wetter. Bei starkem Regen starten die Maschinen gar nicht. Eine Piste reicht als Start- und Landebahn: für die Flieger und offensichtlich auch für diesen Vogel.

Unsere Reporterin Astrid Uhr musste daher gleich einen Drei-Sitzer buchen, der für 228 Dollar zu haben war. Denn Einzeltickets sind nicht buchbar. Leer blieben die beiden Plätze dennoch nicht, denn Tabaca und ihr Sohn Crocodillo flogen mit. Die beiden reisen nach dem Hitchhiking-Prinzip, für das Geduld gefragt ist. Es dauert oft lange, bis sie ein Besucher mitnimmt.

Wie die Airline finanziert wird

Die Airline wurde von den Einwohner des in Ecuador liegenden Dorfes selbst gegründet. Die Finanzierung stammt aus einer Entschädigung in Höhe von 1,4 Millionen US-Dollar, die dem Dorf 2012 zugesprochen wurde. Investiert wurde nicht nur in diie Airline. Auch eine Genossenschaftsbank, eine Schule entstanden, Inventionen in Solarzellen ebenfalls. Alles für eine sichere Zukunft von Sarayaku.

Hintergründe zur Entschädigung

Hintergrund für die Entschädigung ist ein Konflikt um das Erdöl, das in der Erde unter dem Dorf liegt. Der ecuadorianischen Staat beanspruchte das Erdöl unter der Erde, er vergibt Lizenzen zur Ölförderung an Konzerne. Doch die Einwohner von Sarayaku sind Besitzer des Landes über der Erde. Und sie gaben auch dann nicht auf, als eine Ölfirma mit Hilfe des Militärs in das Dorf eindrang. Am Ende ziehen sie bis vor den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte nach Costa Rica - und gewinnen.