Taylor Swift und Katy Perry sind zwei der einflussreichsten Musikerinnen. Ihre neuen Singles zeigen: Experimente mit Rap und HipHop sind vorbei, der Trend geht zurück zum Pop.

In der modernen Musik fürs ganz große Publikum waren in den vergangenen Jahren eigentlich vor allem HipHop- und Rap-Elemente angesagt. In Katy Perrys letztem Album "Witness" zum Beispiel war sie noch mit den Rappern von Migos unterwegs und hat Songs mit der Rap-Königin Nicki Minaj produziert.

Das ist alles noch perfekt produzierter Pop. Aber: "Katy Perry hat da schon sehr versucht, beim HipHop-Trend mitzumachen", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer.

Pop kehrt zu den Wurzeln zurück

Nicht ganz so ausgeprägt war die plötzliche Rap-Leidenschaft bei Taylor Swift. "Die hat nicht so sehr einen auf HipHop gemacht, aber klang nach einer Frau, die noch ziemlich viele Rechnungen offen hat", sagt Anke. Taylor Swift kommt eigentlich aus der Country-Musik, sie kann nicht so weit gehen wie Katy Perry und mit viel Rap ihre alten Fans provozieren und am Ende gar vergraulen. Dennoch hatte sie sich vom reinen Pop wegbewegt – und besinnt sich gerade auf ihre Wurzeln, lässt die Finger gänzlich von Rap und Hiphop. Und in Pastellfarben hüpft sie auch wieder herum wie schon vor fünf Jahren.

"Katy Perry und Taylor Swift müssen gerade schauen, wo ihr Platz im Pop-Business ist."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

HipHop ist immer noch das ganz große Ding in der Musik. "Aber Katy Perry und Taylor Swift müssen gerade ein bisschen schauen, wo ihr Platz im Pop-Business ist", sagt Anke. Denn inzwischen sind mehr Stars aufgetaucht, die zeigen, wie HipHop richtig geht: Billie Eilish ist mit ihrer Nummer "Bad Guy" die Antithese zum klassischen Popstar, trägt Baggypants und ist immer ein klein wenig seltsam. Oder anders gesagt: Billie Eilish ist authentisch. Katy Perry und Taylor Swift sind das im Vergleich eher weniger.

"Taylor Swift hat versucht zu zeigen, dass sie jetzt so richtig doll erwachsen ist, indem sie nicht mehr ganz so lieblich klang. Das hat nur so mittelgut funktioniert."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Auf HipHop zu setzen, hat für Katy Perry und Taylor Swift auch nicht so richtig funktioniert. Beide waren damit nicht so erfolgreich wie mit ihren Alben davor. "Auf mich macht es den Eindruck, als wär jetzt wieder Pause mit den Experimenten", sagt Anke van de Weyer, "weil mit klassischem Pop erreicht man eigentlich immer verhältnismäßig viele Menschen". Das ist letztlich auch ein Signal für andere Musiker: Mit den neuen Alben könnte das Wildern in anderen Genres enden. Fürs erste jedenfalls.

"Wenn wir mal ganz ehrlich sind, wirkte Katy Perry bei ihrem Ausflug zum Hip Hop neben Nicki Minaj auch ein bisschen ungelenk."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova
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