In Deutschland gibt es immer weniger Schmetterlinge. Zu dem Ergebnis kommt die Deutsche Wildtier Stiftung. Viele Arten sind in den vergangenen Jahrzehnten ausgestorben. Die Hauptursache für die Gefährdung vieler Arten ist der Verlust an geeigneten Lebensräumen.

Bei den Schmetterlingen ist die Anzahl der Arten in Deutschland seit den frühen 80er Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Besonders bei den Tagfaltern ist die Situation sehr schlecht. Hier hat sich seit Mitte der 70er Jahre die Zahl der Arten sogar um 73 Prozent verringert. Die Deutschen Wildtierstiftung hat dazu ihre Ergebnisse aus insgesamt 40 Jahren Forschung am Montag vorgestellt. Vor allem in ländlichen Regionen sind die Tiere bedroht.

Landwirtschaft ist mitverantwortlich

Der groß angelegte Maisanbau vor allem für Biogasanlagen ist laut der Stiftung für das Verschwinden der Tiere mitverantwortlich. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland mehr als zweieinhalb Millionen Hektar Land mit Mais bebaut - dreimal so viel wie in den 80er Jahren. Viele Felder seien überdüngt. Dadurch würden weniger blühende Pflanzen wachsen und das sei der Tod der Schmetterlinge, so Fritz Vahrenholt, Vorstand der Deutschen Wildtierstiftung. Er fordert, die Biogaserzeugung aus Mais über das Erneuerbare-Energien-Gesetz zu beenden.

"Wir müssen einfach die Subventionen so gestalten, dass die Landwirte von den Einnahmen leben können, wenn sie die Natur schützen. Wir müssen ihnen naturverträgliche Landwirtschaft entlohnen."
Fritz Vahrenholt, Vorstand der Deutschen Wildtierstiftung

Aber gibt es Rettung für die Schmetterlinge? Die Deutsche Wildtier Stiftung erklärt, jeder könne mit einem kleinen Blumenbeet etwas für die Schmetterlingen tun.

"Wir müssen Vorbild sein. Wenn es dann die Bundesstraßenverwaltung auch macht und wenn es der Landwirtschaftsminister aufnimmt, dann wird es den Schmetterling wieder besser gehen."
Fritz Vahrenholt, Vorstand der Deutschen Wildtierstiftung

Schmetterlinge sehen nämlich nicht nur gut aus, sie sind für unser Ökosystem sehr wichtig. Die Tiere bestäuben Pflanzen und sind wiederum eine Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere.